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Uwe Berger: Warum ich pro NRW verlassen habe

Liebe Leserinnen und Leser!

Was Sie hier zu lesen bekommen, ist ein Erfahrungsbericht über meine 25 Monate in einer Partei, die ich längere Zeit für die einzig ernsthafte Alternative zur etablierten Politik betrachtete, bis ich eben Gelegenheit bekam, tief ins „Getriebe“ zu schauen. Er soll ein warnender Hinweis sein für alle, die ernsthaft über einen Beitritt nachdenken und er soll aufklären über das, was eben nicht in einer demokratischen Partei passieren sollte. Um meiner Intention hier aber etwas mehr Gewicht zu geben, dürfen Sie gern mehr über mich erfahren.

Es bleibt vollkommen Ihnen überlassen, wem und was Sie glauben und wie Sie die folgenden Zeilen bewerten und wenn Sie meinen, darin lediglich Wut und Trauer über verlorene Pöstchen sehen zu wollen, dann tun Sie das eben.

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Bevor Sie sich ein Urteil bilden, sollten Sie also einen Augenblick darüber nachdenken, warum hochrangige Funktionsträger ihre Ämter zurücklassen haben und lieber bei Null anfangen, als auch nur eine Sekunde länger Mitglied der Partei pro NRW zu bleiben. Immerhin war ich selbst dort Parteivorstandsmitglied, geschäftsführendes Vorstandsmitglied im Bezirksverband Rheinland (bevor der unter dubiosen Umständen einfach aufgelöst und neu besetzt wurde), Kreisvorstandsmitglied eines der größten Kreisverbände und Netzwerkadministrator.

Vor mir verließen verließen viele andere gute Leute die Partei aus ähnlichen Gründen. Befragen Sie dazu mal einen Thorsten Ulhlenbrock Dieter Danielzick, einen Hubert Döring, einen Jörg Frischauf und andere kreative Köpfe, die sich ebenso bereits wieder aus dieser Organisation zurückgezogen haben! Alles Leute, die dem Parteivorstand angehörten und andere hohe Funktionen besaßen.

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In dieser Partei ist das überhaupt nicht gewünscht.
Es gibt dort keine programmatische Diskussion sondern lediglich ein Thema!
Neue Leute werden mit Versprechen und kommenden Funktionen geködert, um Höchstleistungen zu bringen.
Parteiliche Strukturen wurden lediglich geschaffen, um Parteien- und Kommunalgesetzen zu genügen.
Ein „Drei-Köpfe-Rat“ gibt die Positionen vor, denen sich alle Mitglieder zu beugen haben.
Die Zunahme verfassungsbedenklicher Neuzugänge lässt Demokraten verzweifeln.
Alles ist ausgerichtet auf wechselseitige Denunzierung, Kampf um Pöstchen, Ämter, Einfluss und Macht.

Um nur die wichtigsten Punkte zu nennen.

Ich muss zugeben, ich brauchte über 25 Monate, um mir selbst begreiflich zu machen, was pro NRW wirklich ist. Ich mache mir das nicht zum Vorwurf, schließlich bemüht sich die Partei redlich, das Bild einer großen Familie abzugeben mit Berichten und Bildern, die das anschaulich dokumentieren.

Der Schein trügt allerdings und ich rate deshalb jedem, sich sehr sorgfältig zu überlegen, ob er für diese Partei wirklich Zeit, Arbeit, Wissen, Nerven und Geld investiert.

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Mitglied wurde ich im September 2007 nach einer längeren Zeit der politischen Findungsphase.

Als langjähriges Mitglied der SPD wurde ich eines Tages mehr zufällig aufmerksam auf die Bürgerbewegung pro Köln.

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Ich fand es beeindruckend, dass eine politische Bewegung sich traut, die politisch-korrekte Situation öffentlich anzuprangern und auf die Zustände aufmerksam zu machen.

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Ich hätte aber besser auf Leute wie Thorsten Uhlenbrock hören sollen, der dann auch kurz nach dem ersten Antiislamisierungskongress die Partei verließ. Seine Hauptkritik richtete sich gegen die oberste Parteiführung, die aus drei Personen besteht, die letztlich sämtliche Entscheidungen treffen, während die übrigen Vorstandsmitglieder lediglich „Stimmvieh“ sind, die keine relevante Bedeutung haben.

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Wer sich den Parteivorstand  heute anschaut, findet darin fast nur noch unerfahrene Leute, die sich nie wagen würden, gegen das Wort der Großen Drei ihre Stimme zu erheben. Vielen fehlt auch schlicht das Rückgrat dazu. Das ist DVU pur! Ein Dr. Frey dort und alle anderen haben das zu machen, zu denken und zu sagen, was der sagt, macht und denkt.

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Mein Fehler war nämlich, ich war nicht so bequem wie viele meiner Vorstandskollegen sondern besaß aufgrund meines beruflichen, privaten und politischen Lebenslaufs reichlich Rückgrat, Selbstbewusstsein und auch Wissen und das ist in dieser Partei scheinbar nicht sonderlich gefragt.
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Beisichts ehrgeiziges Ziel war und ist, möglichst im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen politische Strukturen aufzubauen, um an der Kommunalwahl 2009 und der Landtagswahl 2010 teilzunehmen.

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Meine Devise und die einiger Parteikollegen war die, nach Leuten zu suchen und in die Partei einzubinden, die auch in der Lage sind, mehr als drei zusammenhängende Sätze von sich zu geben, die die politische Großwetterlage verstehen, nachvollziehen, Fehler erkennen und Lösungsansätze entwickeln können. Solche Leute finden sich nicht wie Sand am Meer und schon bald regten sich in diesen Kreisverbänden die ersten Stimmen – unter anderem auch in meinem Kreisverband Düsseldorf-Mettmann – man möge doch auch mit freien respektive schlagenden Studentenverbindungen, der NPD, DVU und anderen weit rechtsaußen stehenden Parteien, Gruppen und Organisationen Gespräche führen, um die geforderten Ziele erreichen zu können.

Ich war schon immer Demokrat und habe auch vor, es bis zu meinem Lebensende zu bleiben und entsprechend war meine Antwort darauf; so lange ich Kreisvorsitzender bin, wird es keine solchen Gespräche geben.

Das nahmen dann zwei meiner Kreiskollegen zum Anlass (einer war gar mein Stellvertreter), anonymisiert in diversen Internet-Foren bis tief ins Persönlichste hinein mich zu beschimpfen, zu beleidigen, Lügen über mich zu verbreiten und die Atmosphäre in meiner Umgebung zu vergiften.

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Mein Fehler war, ich habe mich strikt geweigert, mich in diese unsäglichen Strukturen einbinden zu lassen und so zu funktionieren, wie sich das Parteiführungstrio das so gedacht hat. Ich behielt meinen eigenen Kopf, meine eigenen politischen Ziele und meine eigenen Gedanken an die Qualität von Kandidaten und Funktionsträgern.

Ich hätte mir das also sehr viel einfacher machen und einfach funktionieren können, dann hätte ich sicherlich noch eine große Karriere vor mir gehabt. Nur ist mir nach wie vor mein morgendlicher Blick in den Spiegel viel zu wichtig, um darin in Gefahr zu laufen!

Fazit!

Menschen werden ausgenutzt und missbraucht in der Partei. Sie werden mit den fantasievollsten Versprechen geködert und wenn sie einmal eingebunden sind, haben sie eine Chance; entweder sie passen sich an, heulen mit den Wölfen und bringen gewünschte Resultate, oder sie werden nach einer Weile wieder ausgespuckt und kommentarlos entfernt.

Das alles erinnert an Diktatur, an ein Regime, dass keine andere Meinung neben sich zulässt und das mit Menschen nahezu beliebig spielt.

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Was in der Partei pro NRW so alles passiert, lassen sich vielleicht Leute gefallen, denen es um Pöstchen und Ämter geht und die dafür ihre eigene Mutter verkaufen würden, sich aber keinen Deut um Inhalte scheren oder gar für Bürgerinteressen stark machen. Erwachsene Menschen aber, die tatsächlich politische Ziele im Kopf haben, über das nötige Rückgrat und Selbstbewusstsein verfügen und eine eigene Meinung haben, für die Funktionen lediglich Werkzeuge sind, um Ziele zu formen, die nehmen sehr schnell wieder Reißaus und beginnen lieber wieder bei Null!

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Was dieser Bericht hier bedeuten soll?

Leute, überlegt Euch gut, ob Ihr Euch das antun und Zeit, Arbeit und Wissen vergeuden wollt. Bei der ersten besten Gelegenheit schießt Euch sowieso irgendjemand ab, der zwar selbst keine Leistung erbringt, dafür aber umso schärfer auf Eure erarbeiteten Erfolge ist und das sage ich frei von egoistischen Gründen. Was ich bedauere, ist jede Sekunde Zeit meines Lebens, die ich dafür opferte und jeder Cent, den ich einer Gruppierung hinterher warf, die es nicht verdient hat. Sei’s drum. Ich betrachte es als Lehrgeld, das wirklich gut angelegt ist.

All die Widerstände, die sich seitens der Parteiführung trotz ständiger Versprechen dann zeigten, haben Methode und sind wohl Teil der Aquirierungsstrategie, um Leute an sich zu binden, die aus Überzeugung und mit Herzblut Höchstleistungen bringen für etwas, dass sie sich wenige Monate später kaum noch selbst erklären können. Ein guter Bekannter machte mich mal auf ein Buch aus den 80er Jahren aufmerksam „Deutschland ganz Rechts“ von Michael Schomers, in dem die Strategien wirklich gut dokumentiert sind.

Derweil können anderswo Leute gern schon mal mit gemieteten E-Klassen proben für das Gefühl, ein ganz wichtiger Mensch zu sein und sie können auch herzlich gern weiter ihre Taschenrechner malträtieren, um ihre künftigen Diäten auszurechnen. Normal denkende Menschen lässt das einzig den Kopf schütteln und zwar so heftig, dass man fürwahr ein Schleudertrauma befürchtet!

Ich bin gläubiger Christ und hoffe auf die gerechte Bestrafung solcher Gesinnung, die früher oder später von ganz allein kommt!

Zudem bleibe ich Demokrat und selbst dann noch, wenn ich der letzte wäre!

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Es grüßt Sie herzlich

Ihr vor derart viel menschlichem Großtum heftig kopfschüttelnder

Uwe Berger

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