Wie ein Stich ins Herz

Veröffentlicht: 18. Dezember 2009 von fareus in Migranten in Deutschland
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73-jährige Türkin wurde nach 40 Jahren Deutschland abgeschoben.

Bremerhaven. Abgestempelt und abserviert. So kommt sich die 73-jährige Türkin Sehri Bektas vor. 40 Jahre hat sie in Bremerhaven gelebt, immer gearbeitet, nie Sozialleistungen in Anspruch genommen. Vor drei Wochen ist ihr Mann gestorben. Jetzt soll sie innerhalb weniger Tage das Land verlassen und in die Türkei zurück. Begründung des Ausländeramtes: Eine Formalie.

Als ihr eine Sachbearbeiterin im Bürger- und Ordnungsamt den Stempel „Ungültig“ über die unbeschränkte Aufenthaltsberechtigung in ihrem Pass drückte, wusste Sehri Bektas gar nicht, wie ihr geschah. „Das war wie ein Stich ins Herz“, sagt sie. „Ich bin nie jemandem zur Last gefallen, habe immer eigenes Geld verdient.“ Und jetzt wolle man sie einfach rauswerfen.

Mit ihrem vom Krebs gezeichneten Mann war die Frau 2007 in die Türkei geflogen, wo sie in der Nähe von Ankara ein kleines Häuschen mit Garten besitzen. Doch die Hoffnung, dass es ihm dort besser gehen würde, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Der Zustand des Ehemannes verschlechterte sich, reisen wollte er auch nicht mehr. Bis beide jetzt nach Bremerhaven zurückkehrten, damit er im Kreise der Familie sterben konnte. Alle fünf Söhne des Ehepaares leben hier mit ihren Familien. Darunter 22 Enkelkinder, die der ganze Stolz der Oma sind.

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[via Kruppzeuch]

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