Ich habe das Wort „du bist Armenier“ nie vernommen

Veröffentlicht: 21. Dezember 2009 von fareus in Türkei
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Kastamonu ist eine türkische Stadt in der gleichnamigen Provinz am Schwarzen Meer. Hier lebt der armenisch-stämmige Rechtsanwalt Keğam Karabetyan.

In Kastamonu ist Keğam Karabetyan geboren und aufgewachsen. Nicht einen Tag hat er seitdem den Satz „du bist Armenier“ gehört. Die Lebensgeschichte Keğam Karabetyan klingt möglicherweise in dieser Situation für viele Diaspora-Armenier absurd und verlogen. Aber hören Sie sich an, was Keğam Karabetyan der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi alles erzählt.

Der armenisch-stämmige Keğam Karabetyan lebt in einem Dorf nahe Kastamonu. Die Stadt selbst zählt zu den ältesten bekannten Siedlungen in Kleinasien. Im Norden der Türkei stößt die Provinz an das Schwarzmeer, die Stadt selbst liegt in einer bergigen Landschaft, der Berg Ilgaz mit 2587m., ein Wintersportgebiet, überragt die Stadt. Im Südwesten liegt die Stadt Safranbolu. Der Name stammt von den riesigen Safranfeldern, von denen die Stadt im 19. Jahrhundert umgeben war. Safranbolu ist ein Freilichtmuseum für traditionelle türkische Baukunst und auch sonst hat die Provinz einiges zu bieten: die längste Höhle der Türkei Ilgarini, die Stadt Inebolu die von den Ioniern gegründet wurde und die Trekkingtouren, die in der Türkei für viele Großstadttouristen Abwechslung bietet.

Und Karabetyan ist verliebt in diese Landschaft, in die Menschen und dem Halbmond mit dem Stern. Karabetyan ist glücklich über die familiären Beziehungen zwischen Türken und Armeniern, trotz und gerade wegen dem Bürgermeister, der MHP-Mitglied ist und die Provinz selbst als patriotische Region gilt. Karabetyan kam 1942 im Dorf Hacıbey zur Welt und stammt von einer armenisch-stämmigen Familie, die seit mehreren Generationen in Kastamonu beheimatet ist. Karabetyan erzählt, er habe eine gute Schulbildung genossen, sei danach nach Istanbul gegangen um dort das Studium der Rechtswissenschaften abzuschließen. Danach nahm er seine Pflicht als türkischer Staatsbürger ernst und absolvierte seinen regulären Wehrdienst. Erst in Polatli, danach in Keşan, einer Stadt an der Grenzregion zu Bulgarien und Griechenland, als Ersatz-Offizier und mit dem gleichen Stolz, die andere hatten, sagt Karabetyan, habe er die Uniform mit dem Halbmond und dem Stern getragen.

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