Von den PIpifanten lernen…

Veröffentlicht: 2. Januar 2010 von fareus in PI lügt
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… wie man es nicht macht.

Man darf nicht alles was im Internet steht für bare Münze nehmen, so schreibt PI-Gast-Autor und PI-Gruppen-Gau-Leiter München.

Folgenden Artikel:

[…]

Dieser Offene Brief einer jungen Schweizer Lehrerin an verantwortliche Landes- und Bezirksschulräte, Politiker und Journalisten der Schweiz anlässlich des „Grüß-Gott-Verbotes“ drückt dies hervorragend aus:

[…]

PI/2010/01/von-den-schweizern-lernen/

Hätte Michael alias byzanz mal recherchiert hätte er herausgefunden, dass es sich hier bei um einen Hoax handelt, schaust du hier:

„Grüß Gott“ an Schulen verboten?

Immer wieder tauchen Falschmeldungen auf, wonach es an manchen Linzer Schulen Kindern verboten sei, „Grüß Gott“ zu sagen. Recherchen des Landesschulrats ergaben, dass das absolut unzutreffend sei.
Aus aller Welt treffen E-Mails in der Schulbehörde ein, die sich über das angeblich verbotene „Grüß Gott“ ereifern.

Akt des guten Benehmens

„Guten Tag“ statt „Grüß Gott“ werde von Lehrern in Linz von ihren Kindern verlangt: nicht als Abneigung gegenüber Gott, sondern als Akt des guten Benehmens gegenüber Andersgläubigen, etwa Muslimen, die das „Grüß Gott“ durchaus als Beleidigung auffassen könnten.

Derartiges macht in Internet-Foren die Runde und das Büro von Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer hat seit Tagen alle Mühe, solche Gerüchte als völlig aus der Luft gegriffen zu zerstreuen.

QUELLE

Frisch zum neuen Jahr haben die rechtspopulistischen Kreise wieder mal ein rafiniertes Virus-Mail (Hoax in der Fachsprache) lanzieren können.

Erstaunlich, dass es immer wieder auch seriöse Blogger erwischt, Informationen ungeprüft zu übernehmen. So wird im Artikel “Offener Brief zum Grüß-Gott-Verbot” vom Blog SideEffects ein Brief veröffentlicht, der angeblich von einer jungen Lehrerin in der Schweiz sei, die dem Author namentlich bekannt sei.

Im Brief wird behauptet, in den Volkschulen der Schweiz sei es verboten, einander Grüss-Gott zu sagen, weil  das die muslimischen Mitschüler beleidigen könnte. Anschliessend wird wieder mal eine rechtspopulistische Schmährede im Sinne “wenn es Euch nicht passt könnt ihr ja gehen”.

Dass dieser Brief mit grösster Wahrscheinlichkeit keine Meinung, sondern reine Propaganda und Stimmungsmache ist, lässt sich aus verschiedenen Punkten schliessen:

  1. Im Dezember 2007 ging in Linz, Österreich das Gerücht herum, “Grüss Gott” sagen sein in der Schule verboten worden.
  2. Auf der Seite Kreuz.net war eine entsprechende Falschmeldung vorhanden, die in allen anderen Artikeln zitiert wurde.
  3. Im Brief der besagten “Schweizerin” wurde die Stelle einfach aus der Falschmeldung herauskopiert und übernommen.
  4. Die “Lehrerin” hat sich nicht mal die Mühe gemacht, den Ausdruck “Grüß Gott” zu helvetisieren. Auf jeder schweizerischen Tastatur ist das scharfe ß gar nicht zu finden!
  5. Der Brief wurde im August schon auf dem Frauenblog veröffentlicht, seinerzeit aber mit österreichischen statt schweizerischen Schulen!
  6. Und zu guter Letzt: Der grösste Teil des Briefes wurde schon im August 2007 wortwörtlich im Artikel Einwanderer, nicht Australier, sollen sich anpassen veröffentlicht.

Mit wenigen Google-Suchen liess sich dieser Sachverhalt herausfinden. Wieso wird dieser “Brief” von vielen Bloggern einfach so übernommen. Laut Google wurde er schon 23 mal ins Netz gestellt. Oft sind es Foren, in die der Brief eingeschleust wurde. Scheinbar wurde dieser “Brief” gezielt verbreitet. “Seeding” nennt man dies in der Sprache des Virus-Marketing.

Es sehr einfach, solche Propaganda zu verbreiten, wenn jeder sie unkontrolliert übernimmt!

QUELLE

Übrigens der PI-Beitrag von byzanz ist von mir als PDF-Datei gesichert worden, löschen hilft da nichts.

Siehe auch hier:

https://fareus.wordpress.com/2010/01/02/pi-gruppe-munchen-im-dunstkreis-der-csu/

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Kommentare
  1. Christian sagt:

    Herrn „Byzanz“ und den für den redaktionellen Teil verantwortlichen PIpifanten dürfte es herzlich egal sein, ob die Story stimmt, ob sie aus Österreich oder der Schweiz stammt.

    Ziel von PI ist ja nicht Aufklärung, sondern Agitation. Insofern ist das Ziel erreicht, wenn auch nur ein Teil der PI Leserschaft die Story für glaubwürdig hält, egal ob sie durch Fakten gedeckt ist oder nicht.

    Wenn es zur Verhetzung und zur Verdummung beiträgt, ist den PIpifanten jedes – aber auch wirklich jedes – Mittel recht, sei es auch noch so peinlich, dümmlich oder falsch. So sind sie halt, unsere selbsterklärten Kreuzritter.

    Erst mal mit Dreck werfen, irgendwas wird schon hängenbleiben. Ein beliebtes Mittel aller Demagogen.

    Apropos Kreuzritter. Gab es da nicht mal eine Story rund um die Internetseite einer Gruppe namens „Deus Vult“ und deren Verbandlung mit PI und der Münchner CSU, in deren Folge der Jurist und empirisch forschende Wissenschaftler Mathias Rohe Morddrohungen bekam?

    Siehe auch (unter anderem): http://bkpnk089.blogsport.de/2007/08/02/sendlinger-kreuzritter/

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