Geplantes Burka-Verbot erzürnt Muslime in Frankreich

Veröffentlicht: 26. Januar 2010 von fareus in Islam
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In Frankreich zeichnet sich ein Verbot der Ganzkörperverschleierung muslimischer Frauen in Behörden und öffentlichen Einrichtungen ab – zum Ärger vieler Muslime. Sie fühlen sich ausgegrenzt. Eine Parlamentskommission hat das Burka-Verbot nun parteiübergreifend empfohlen; Entscheidungen dazu sollen aber erst nach den Regionalwahlen im März fallen.

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Kommentare
  1. gelderlander sagt:

    Hm, wer weiß wie weit Frankreichs Rechte Regierung damit kommen wird, denn das ist ein klarer Verstoß gegen die UN-Menschenrechtscharta.

    http://www.un.org/depts/german/grunddok/ar217a3.html

  2. Ritterbruder sagt:

    Ist wie der Minarettverbot in der Schwitz nur der erste Schritt. Danach kommen Kopftücher, orientalische Gewänder ( http://rurl.org/2amo ), Vollbärte und Turbans (aber nur wenn der Träger Muslim ist), Schalwars ( http://de.wikipedia.org/wiki/Schalwar ), Takkes ( http://www.timeturk.com/images_1/news/18182.jpg ).

    Und schlussendlich wird es soweit sein, daß Muslime in der Öffentlichkeit eine kennzeichnende Armbinde, aka gelber Halbmond, tragen müssen.

    Absurd? Science Fiction? Unvorstellbar? So wurden früher und vorher viele Dinge belächelt und als Spinnerei abgetan, irgendwann wurden sie doch Realität.

  3. pcs187 sagt:

    150% richtig. Dieses outfit sollen die im Yemen, Afghanistan oder sonstwo tragen. Aber nicht in Europa.

  4. Christian sagt:

    Im Gegensatz zum Minarettbauverbot unterstütze ich ein Burkaverbot, so es denn entsprechend allgemein gehalten ist.

    Normale zwischenmenschliche Kommunikation bedeutet auch, dass man dem anderen in die Augen schauen kann und die Mimik im Gesicht erkennt, etwa um zu erkennen ob der Gegenüber gesprächsbereit, wütend oder erfreut ist. Das ist nicht möglich mit einer Ganzkörperverschleierung. Ein Ganzkörperschleier wirkt wie ein Stopschild für Alltagskommunikation und baut eine Schranke auf. Er wirkt ausgrenzend.

    Sollten sich die Franzosen daher dazu entschließen derartige Verhüllungen in öffentlichen Einrichtungen zu verbieten (allgemein gefasst und keineswegs nur bezogen auf die Burka), dann hat das meine Zustimmung und dürfte m.M.n. auch mit der Erklärung der Menschenrechte vereinbar sein.

  5. NDM sagt:

    Als ich mit einem Türkischen Bekannten Urlaub in Istanbul gemacht hatte, war er es, der von „Türkischen Ninjas“ gesprochen hatte, und sich über den Gesichtsschleier aufgeregt hatte. Ich selbst hatte diese Frauen bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht wahrgenommen – nur als ein wandelndes Stück Stoff. Das ist der Grund, warum ich den Gesichtsschleier nicht gutheißen mag. Mit §1GG hat die Religionsfreiheit klare Grenzen gesetzt bekommen.

  6. Ritterbruder sagt:

    Jeder hat was von irgenwelchen Bekannten zu Erzählen, als ob es irgendeine große Bedeutung hätte. Über deine Bekannten werden von anderen mit Sicherheit hinterm Rücken ebenfalls Häme und Spott ausgeschüttet – wer so über Fremde herzieht kann auch nicht sonderlich beliebt sein, bloss gefürchtet wegen ihrer Zunge.

    Es geht hier nicht drum, ob man Kleidung wie die Vollschleier (ohne zu fragen ob Freiwillig oder Erzwungen getragen) gut oder schlecht findet. Befremdlich ist, daß hier persönliche Kleidung am Leib per Gesetz sanktioniert und Menschen in „erwünscht“ und „unerwünscht“ aussortiert werden. Von da an ist es kein langer Weg in „Lebenswert“ und „Lebensunwert“ – hat die Geschichte schon bewiesen.

    Zudem, wer will deren Männer daran hindern, ihre Frau einfach den Ausgang zu verbieten? Und was wollen die Franzsoßen eigentlich machen, wenn eine schwerkranke Vollverschleierte in ein Krankenhaus kommt, abgewiesen wird und vor der Tür stirbt? Und Fahrverbote mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Soweit waren wohl nicht mal die Südstaaten oder Südafrika zur Apartheid.

    Dieses Gesetz ist mindestens genauso Sinnbefreit wie von, mir wird schlecht den Namen auszusprechen, der alten Familienministerin ihre Stoppschilder „gegen“ Kinderpornographie: „Was ich nicht sehe, gibt es auch nicht.“
    Als ob dieses Gesetz diese Frauen plötzlich in kämpferische, aufgeklärte und selbstbewusste Frauenrechtlerinen verwandeln würde.

    Tut mir Leid, oder auch nicht: Wer ernsthaft irgendetwas gutes an diesem Gesetz aus Froschreich sehen will, hat zu lange und zu leichtbekleidet unter der Kälte gessesen.

    • NDM sagt:

      Du hast aber auch eine ziemlich scharfe Zunge…

      „Zudem, wer will deren Männer daran hindern, ihre Frau einfach den Ausgang zu verbieten?“

      Ganz viele Gesetze, die Polizei und die Gerichte. Freiheitsberaubung ist in jedem Staat, der etwas von den Menschenrechten hält, illegal. Wer dagegen verstößt, hat keine Gnade zu erwarten. Darüberhinaus wird die Frau sich wohl hoffentlich dagegen wehren, von ihrem Mann eingesperrt zu werden.

      Davon ab gibt es natürlich sinnvollere Möglichkeiten als ein Verbot, um etwas gegen Gesichtsschleier zu unternehmen. Es gab doch mal vor einiger Zeit eine Fatwa, die feststellte, dass Gesichtsschleier überhaupt keine Grundlage in der Religion haben. Von daher wäre ein solches Gesetz sogar Islamisch legitim, und daher lässt sich auch nicht mit der Religionsfreiheit argumentieren, und das bedeutet dann auch, dass es einem Schleierzwang gleichkommt, wenn man jungen Frauen einredet, dass der Gesichtsschleier eine religiöse Pflicht wäre.

      Da mit Kampfbegriffen wie Apartheid und „Lebensunwert“ zu argumentieren und das tatsächlich zu glauben, ist wirklich nicht überzeugend. Als mahnende Überspitzung, ok. Aber bitte auch so kennzeichnen. Apartheid ist etwas gänzlich anderes und vor allem schlimmeres. Man muss mit vernünftigen Argumenten kommen, wenn man sich gegen ein Verbot wendet. Denn:

      „Und was wollen die Franzsoßen eigentlich machen, wenn eine schwerkranke Vollverschleierte in ein Krankenhaus kommt“

      Dann wird der Gesichtsschleier selbstverständlich abgenommen, die Frau wird ins Krankenhaus gebracht und dann wird sie behandelt.

      • Ritterbruder sagt:

        „Du hast aber auch eine ziemlich scharfe Zunge…“

        Danke für nichts. Ich habe aber nicht die Absicht, hier einen Beliebtheitspreis zu gewinnen. Zudem reduziere ich nicht Menschen auf ihre Kleidungstücke, indem ich sie mit fernöstlichen, mittelalterlichen Mördern vergleiche. Deine türkischen Bekannten haben/hatten sicherlich nächste Verwandte, die Kopftücher tragen/trugen. In ihrer unendlichen Toleranz wäre sie sicherlich begeistert davon, auf PI-Art als „Kopfwindelträger“ bezeichnet zu werden.

        „Ganz viele Gesetze, die Polizei und die Gerichte. Freiheitsberaubung ist in jedem Staat, der etwas von den Menschenrechten hält, illegal. Wer dagegen verstößt, hat keine Gnade zu erwarten. Darüberhinaus wird die Frau sich wohl hoffentlich dagegen wehren, von ihrem Mann eingesperrt zu werden.“

        Eben. Es gibt bereits entsprechende Gesetze, daß Menschen nicht psychisch und physisch zu etwas gezwungen werden dürfen was sie nicht wollen. Da brauchts nicht noch zusätzliche Augenwischergesetze, welche nur die eigentlich betroffenen zusätzlich bestraft und ausgrenzt. Und sowieso, wie alien59 sagt, eher dazu dient Stimmungsmache zu erzeugen indem auf eine verschwindent kleine Randgruppe eingeprügelt wird.

        „Davon ab gibt es natürlich sinnvollere Möglichkeiten als ein Verbot, um etwas gegen Gesichtsschleier zu unternehmen. Es gab doch mal vor einiger Zeit eine Fatwa, die feststellte, dass Gesichtsschleier überhaupt keine Grundlage in der Religion haben. Von daher wäre ein solches Gesetz sogar Islamisch legitim, und daher lässt sich auch nicht mit der Religionsfreiheit argumentieren, und das bedeutet dann auch, dass es einem Schleierzwang gleichkommt, wenn man jungen Frauen einredet, dass der Gesichtsschleier eine religiöse Pflicht wäre.“

        Hat hier jemand eine Vollverschleierung befürwortet?

        „Da mit Kampfbegriffen wie Apartheid und “Lebensunwert” zu argumentieren und das tatsächlich zu glauben, ist wirklich nicht überzeugend. Als mahnende Überspitzung, ok. Aber bitte auch so kennzeichnen. Apartheid ist etwas gänzlich anderes und vor allem schlimmeres. Man muss mit vernünftigen Argumenten kommen, wenn man sich gegen ein Verbot wendet.“

        Wie gesagt, alles beginnt mit kleinen Trippelschritten. In 3-5 Jahren, wenn selbst schlichte Kopftücher in der Öffentlichkeit verboten werden, sprechen wir uns nochmal.
        Und dein „Argument“, die Apartheit war viel schlimmer, ist auch nicht sehr beruhigend. Was ist schon so schlimm mit ein bischen Diskriminierung? Die sollen sich doch nicht so anstellen.

        „Dann wird der Gesichtsschleier selbstverständlich abgenommen, die Frau wird ins Krankenhaus gebracht und dann wird sie behandelt.“

        Ach ja? Ist das einfach nur Naivität oder echter Wunschgedanke? Ich bin mir aber sicher, du weisst ganz genau, daß es „Selbstverständlichkeiten“ im Leben gibt, die ganz und gar nicht selbstverständlich handhabt werden!

        • alien59 sagt:

          “Dann wird der Gesichtsschleier selbstverständlich abgenommen, die Frau wird ins Krankenhaus gebracht und dann wird sie behandelt.”

          NDM, alleine die grammatische Form macht jetzt hier die Frau zum Objekt. Ich versetze mich in ihre Lage: wäre ich Niqab-Trägerin, so krank, dass ich dringend ins Krankenhaus müsste, verlangte man von mir also, mich zuvor quasi vergewaltigen zu lassen. Mir wird bei der Vorstellung schlecht. Mit Sicherheit würde ich unter diesen Umständen jeden Arzt- oder Krankenhausbesuch so lange wie möglich hinauszuschieben suchen.
          Ist das dann Freiheit à la francaise?

          • NDM sagt:

            Also ich bin der Meinung, dass der Gesichtsschleier die Frau zum Objekt degradiert. Kopftücher wären mir völlig egal. Nur beim Gesichtsschleier sieht man den Teil der Frau nicht, der vollwertige Kommunikation ermöglicht – das Gesicht.

            Es wird auch keine Frau vergewaltigt, wenn sie keinen Gesichtsschleier trägt. Weder real, noch im Geiste. Wer redet denn einer Frau so etwas ein? Wir sind doch hier nicht bei den alten Germanen. ;-D

            Aber ich weiß, was du meinst… Bei einigen Afrikanischen Stämmen tragen Frauen keine Oberbekleidung. Es ist da völlig normal, wenn man die Brüste in natura sieht. Wenn nun eine Europäische Frau dort wohnt, und es ihr verboten wird, mit Oberbekleidung an bestimmte (wichtige) Orte zu gehen, wird sie sich etwas unwohl fühlen. Aber sie wird auch intensiver angestarrt, *wenn* sie Oberbekleidung trägt.

            Wie würde es sich eigentlich verhalten, wenn eine dieser Frauen nach Deutschland kommt, und darauf besteht, ihre Brüste in der Öffentlichkeit offen zu zeigen?

            Wie dem auch sei, und wie bereits geschrieben – es gibt bessere Methoden, etwas gegen diese Sitte zu tun. Intensive Aufklärung dahingehend, dass der Gesichtsschleier nicht im Islam begründet ist, wäre langfristig sinnvoller.

            http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4777344,00.html

            Nicht dass demnächst die selbe Diskussion aufkommt, wenn irgendwann Präventionsrichtlinien gegen Kopftuchzwang gefordert werden.

            • alien59 sagt:

              NDM, du machst die Frau zum Objekt, indem du bestimmst, was sie wann zu tragen hat.

              Mit meinem Satz über die Vergewaltigung meinte ich das zwangsweise Entblößen als conditio qua non für den Zutritt zum Krankenhaus. Das IST eine Form der Vergewaltigung für eine Niqab-Trägerin.

        • NDM sagt:

          “Du hast aber auch eine ziemlich scharfe Zunge…”

          „Danke für nichts. Ich habe aber nicht die Absicht, hier einen Beliebtheitspreis zu gewinnen. “

          Das hatte ich mir gedacht.

          EOD

          • Ritterbruder sagt:

            „Das hatte ich mir gedacht.“

            Och, wenn du sonst nichts anderes zu denken hast.

            „EOD“

            Wie jetzt? Gefällt dir nicht wenn man nicht deiner Meinung ist? Eine eigenwillige Art, Diskussionen aus dem Weg zu gehen. So ganz nach dem Motto „Wer nicht meiner Meinung ist, ist selber schuld, doof und nicht sooo toll wie ich!“

            Tu das bei deinen Kumpels vom PB, wo ihr jede andere missliebige Meinung wütend attakiert. Da seid ihr alle einer Meinung und klopft euch in kollektiver Selbstgefälligkeit gegenseitig auf die Schulter.

  7. alien59 sagt:

    Ganz deiner Meinung, Ritterbruder.
    Vor allem: fragt euch doch mal, was das soll – dieser Riesenaufwand für ein „Problem“ mit einer verschwindend geringen Anzahl von Frauen. Das ist Stimmungsmache, Wählerfang (Sarko hat bald Wahlen!), Ablenkung von wirklichen Problemen – suchts euch aus, das ist alles, aber hat nichts mit der Verteidigung von Menschen- oder gar Frauenrechten zu tun.
    http://alienineurope.wordpress.com/2010/01/26/noch-ein-uberflussiges-verbotsgesetz-burka-die-nachste/

  8. Ich schließe mich den Verteidigern der Burka an.

    Die Burka gefällt mir nicht, ich finde es unsympathisch, wenn Frauen sie tragen. Aber ist das denn ein Grund, sie zu verbieten? Mein Gott, dann seh ich halt nicht das Gesicht der Frau. Dann will sie halt nicht mit mir „normal“ kommunizieren. Na und? Schön ist das nicht, aber was soll’s?

    Es gibt so vieles in meiner Umwelt, das mir nicht gefällt, von unerträglich monotoner Architektur über Arschhänger-Jeans und gepiercte Nasen über die BILDzeitungsüberschriften an den Zeitungskästen … Ich hätt’s gern anders, aber ein gesetzliches Verbot in solchen Angelegenheiten wär doch fatal.

    Beim gesetzlichen Burka-Verbot geht es nur um Stimmungsmache, und am Ende steht, wenn es so weiter geht, wie Ritterbruder schreibt: der Gelbe Halbmond, sichtbar an der Kleidung zu tragen, wie einstens der Judenstern.

    Das gesetzliche Burka-Verbot wäre also ein weiterer Schritt in die Barbarei. Egal, wie argumentativ verbrämt die Befürwortung daherkommt. Das ist schon ein Ding, wenn einer aus persönlichem Unbehagen an der Burka gesetzliche Konsequenzen fordert. Christian und NDM sollten sich mal das Prinzip überlegen, nachdem sie hier Forderungen aufstellen.

  9. turke sagt:

    „Es wird auch keine Frau vergewaltigt, wenn sie keinen Gesichtsschleier trägt. Weder real, noch im Geiste. Wer redet denn einer Frau so etwas ein? Wir sind doch hier nicht bei den alten Germanen. ;-D

    Aber ich weiß, was du meinst… Bei einigen Afrikanischen Stämmen tragen Frauen keine Oberbekleidung. Es ist da völlig normal, wenn man die Brüste in natura sieht. Wenn nun eine Europäische Frau dort wohnt, und es ihr verboten wird, mit Oberbekleidung an bestimmte (wichtige) Orte zu gehen, wird sie sich etwas unwohl fühlen. Aber sie wird auch intensiver angestarrt, *wenn* sie Oberbekleidung trägt.

    Wie würde es sich eigentlich verhalten, wenn eine dieser Frauen nach Deutschland kommt, und darauf besteht, ihre Brüste in der Öffentlichkeit offen zu zeigen?“

    Auf den Part von NDM ist komischerweise niemand eingegangen.

  10. Ritterbruder sagt:

    „Auf den Part von NDM ist komischerweise niemand eingegangen.“

    Vielleicht weil es so blöd ist? Wenn ich auf jeden srunzigen, herbeigeprügelten, beinlosen Vergleich „wenn“, „hätte“, „würde“ eingehen müsste, müsste der Tag 36 Stunden haben. Ausserdem beschwer (*lach*) ich mich ja auch nicht, wenn mir nicht genug Beachtung schenkt.

    Erstens geht es nicht um den afrikanischen Busch mit „unwohl fühlenden, intensiv angestarrten Europäischen Frauen“.

    Und zweitens, der…*hust*…Vergleich mit den Afrikanerinen stellt sich hier schon mal gar nicht, weil die entsprechenden Gesetze hier (z.B. „Erregung öffentlichen Ärgernisses“) NICHT EXTRA wegen ihnen aufgestellt wurden.

  11. Christian sagt:

    Natürlich ist es (der Ganzkörperschleier) kein gewaltiges Problem und wird vermutlich nichts wesentliches an der Situation der Frauen ändern, die gezwungen werden, diesen Ganzkörperschleier zu tragen (dass es auch Frauen gibt, die diesen Schleier freiwillig tragen ist irrelevant, solange es Frauen gibt, die dazu gezwungen werden).

    Der Ganzkörperschleier steht aber als Symbol des sich Abgrenzens, des sich Aussonderns aus der normalen Gesellschaft. Wenn eine Frau mit blanken Brüsten in der Öffentlichkeit auftreten würde wollen, wäre das eher zu tolerieren. Hinzukommt das Problem der fehlenden Identifizierbarkeit, demgegenüber etwa die Religionsfreiheit Abstriche ertragen muss. Es gibt keine schrankenlose Grundrechte.

    Das mag alles nur ein Herumgestochere an Sympthomen sein, reflektiert aber tiefgreifende Vorbehalte, die man mit Häme a la „leichtbekleidet zu lange im Freien aufgehalten“ u.a. nicht auflösen kann.

  12. Ritterbruder sagt:

    „(dass es auch Frauen gibt, die diesen Schleier freiwillig tragen ist irrelevant, solange es Frauen gibt, die dazu gezwungen werden).“

    Aha. Mit dieser etwas weltfremden Begründung könnte reichlich vieles Verboten werden. Um beim Islam zu bleiben, wären da die normalen Kopftücher, jene also, die nicht das Gesicht bedecken. Auch da gibt es einige Frauen, die dazu gezwungen werden, während die übergroße Mehrheit der Trägerinnen es freiwillig tut. Ist ja aber laut dir Irrelevant. Wenn die paar Läuse jucken, dann ersäuft man halt den ganzen Hund, um es mal erneut scharfzüngig zu sagen.

    Oder wie wärs denn gleich den ganzen Islam zu verbieten? Immerhin bedrohen die einige Spinner andere mit dem Tod, die aus dem Islam austretten wollen, ergo sie zum Islam zwingen.

    Minarette, Burkas, Kopftücher, pauschale Vorwürfe von Integrationsunwillen/Terrorverdacht, Moscheedurchsuchungen, willkürliche Überprüfungen von Moscheebesuchern – Meiner Meinung nach geht der Trend in Europa dahin, Muslime zu drangsalieren wo sie können. Die paar hundert Burkaträgerinnen in Frankreich können den Franzosen ja wohl kaum soviel Kopfschmerzen bereiten und sollen offensichtlich stellvertretend für die Gesamtheit der Muslime dazu. Damit schlagen die Franzosen, Niederländer, Schweizer und auch Deutschen zwar den Sack, meinen aber den Esel.
    Man will den Muslimen sagen: „Ihr seid hier unerwünscht.“

    „Das mag alles nur ein Herumgestochere an Sympthomen sein, reflektiert aber tiefgreifende Vorbehalte, die man mit Häme a la “leichtbekleidet zu lange im Freien aufgehalten” u.a. nicht auflösen kann.“

    „Häme“ gehört zum politischen Tagesgeschäft wie Diplomatie. Wer darauf dünnhäutig reagiert, sollte sich vielleicht aus der Politik zurückhalten. Ebenso jene müssen die Pille „Doppelmoral“ schlucken, die Häme nur dann für angebracht und toll finden („Türkische Ninjas“), wenn es andere oder missliebige Personen oder politische Gesinnungen trifft.

    • alien59 sagt:

      Ritterbruder, da reden wir anscheinend vergebens. Ich frage mich nur, was es Leuten bringt, auf eine so kleine Anzahl von Frauen einzuprügeln. Ich finde es nur übel.

      • Ritterbruder sagt:

        Es werden mit Sicherheit vielschichtige Gründe und Motive sein – Hass alleine wäre zu einfach, auch wenn dies für etliche der alleinige Motiv ist – die diese Leute antreibt. Versuche einige zu nennen:

        Da wären z.B. und vor allem
        -Ablenkung von anderen, innen-, aussenpolitischen und wirtschaftlichen Problemen

        -Ablenkung von den wahren Verantwortlichen und Verursachern dieser

        -Provokation muslimischer Staaten zwecks köcheln/schüren von Konflikten und sowas wie Geiselhaft/Pfaustpfand (eine Lieblingsbegründung vieler Minarettgegner:“Wenn in Saudi-Arabien/Türkei etc. keine Kirchen gebaut werden dürfen, dann….“)

        -Das Grosskapital und die „Konfliktindustrie“ (Rüstungskonzerne), das prächtig an diesen Konflikten verdient, irgendein Feindbild muss schliesslich die Sowjetkommunisten ersetzen.

        Aber klammheimlich sind sie alle heilfroh, daß es die Muslime und den Islam gibt, denn ansonst müssten sie sich ja mit ihren wahren Problem herumschlagen, oder ein anderes Feindbild suchen.

  13. Christian sagt:

    “Häme” gehört zum politischen Tagesgeschäft wie Diplomatie. Wer darauf dünnhäutig reagiert, sollte sich vielleicht aus der Politik zurückhalten.

    Es mag sein, dass Häme zum politischen Tagesgeschäft gehört, wir sind hier aber nicht in einem Parlament, sondern auf einer Internetplattform. Da wirkt Häme auf einige (mich z.B., vermutlich auch NDM und andere) nur als erkennbarer Ausdruck persönlicher Deformationen. Das hat durchaus PI-Niveau.

    Insofern verabschiede ich mich hier aus der Diskussion.

    • Ritterbruder sagt:

      Dein spitzfindig hergezerrter Einwurf, daß es nur ins Parlament gehöre, ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten. Demnächst sollten wohl „extra3“ oder „Mitternachtsspitzen“ und was es an politischen Satiresendungen und spitzfedriger Journalismus gibt, aus den Parlamenten gesendet und verbreitet werden. Geh doch, aber gehe mit Gott oder an was du sonst glaubst oder nicht.

      Zu deinem Vorwurf „persönlicher Deformation“ übrigens:
      Schliesse nicht von dir auf andere.

      • fareus sagt:

        Ich glaube es ging hier um das Thema Burka-Verbot.

        • Ritterbruder sagt:

          Ich habe zum Thema und mögliche Folgen schon recht ausführlich beigetragen. Ist nicht meine Schuld, wenn die Verbotsfans hier Nebenschauplätze eröffnen, auf Begriffen herumreiten um von ihrer Argumentationsarmut abzulenken.

          Was ich noch bei dem Reisenden oben übersehen habe: Ich und „PI-Niveau“? Ohh…wie süß, sozusagen die Kirsche am Gipfel der Torte. :mrgreen:

        • NDM sagt:

          „Ich glaube es ging hier um das Thema Burka-Verbot.“

          Eigentlich ja, allerdings ist in diesem Zusammenhang folgendes viel interessanter:

          http://www.amazon.de/Islamverherrlichung-Wenn-Kritik-Tabu-wird/dp/3531162586/ref=pd_sim_b_2

          • fareus sagt:

            Wenn du meinst NDM.

            • NDM sagt:

              Allerdings meine ich das. Es gibt eine weit verbreitete Skepsis insbesondere gegenüber erzkonservativen kulturellen Prägungen, die weit über die PIsche Strömung hinausreicht, und in sämtlichen(!) politischen Strömungen, von ganz links bis ganz rechts, existiert. Ein Zeichen ist die Debatte um den Gesichtsschleier. Wenn man das ernst nimmt, dann muss man auch verantwortungsvoll damit umgehen.

              Es ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, wenn man versucht, solche Vorbehalte mit Anfeindungen, Polemik und perfiden Unterstellungen vom Tisch zu räumen. So räumt man Vorbehalte nicht aus, sondern vermeidet die Auseinandersetzung, indem auf die persönliche Ebene abgelenkt wird. In der Sache überzeugt man mit solchem Dominanzgehabe definitiv nicht. Man erreicht schlicht das Gegenteil des beabsichtigten, denn es ist ein kämpferischer Diskussionsstil, dem man als nicht-masochist natürlich aus dem Weg geht. So schafft man Tabus, und unter der Oberfläche bestehen die Vorbehalte weiter, die sich später einfach anders äußern.

              Wenn ich mir verbale Peitschenhiebe abholen will, dann kann ich das, was ich hier bereits geschrieben habe, auch auch in einen PI-Kommentarbereich schreiben – da reagiert man genauso, nur aus einer anderen Motivation heraus.

              PS: Schau mal ganz unten links auf deinem Blog

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