Sündenbock Islam?

Veröffentlicht: 2. Februar 2010 von fareus in TV
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Sündenbock Islam?
Eine Religion in der Kritik

WDR Sonntag, 07. Februar 2010, 11.00 – 12.25 Uhr

Eine Religion in der Kritik

Nicht zum ersten Mal erhitzt die Debatte über den richtigen Umgang mit dem Islam hierzulande die Gemüter. Dafür stehen Schlagworte wie Kopftuch-Streit, Moscheebau, Zwangsheiraten und Ehrenmorde. Seit der Historiker Wolfgang Benz Parallelen zwischen dem Antisemitismus des 19. Jahrhunderts und der aktuellen Islamkritik gezogen hat, schlägt die Diskussion wieder einmal hohe Wellen. Allerdings hat sie eine ganz neue Richtung genommen: Im Fokus stehen jetzt jene Intellektuellen, die sich unter Berufung auf die Aufklärung und die Menschenrechte kritisch zu bestimmten Entwicklungen im Islam geäußert haben. Als „Hassprediger“ und „heilige Krieger“ des Westens würden sie, so der Vorwurf, einen neuen Fundamentalismus westlicher Werte propagieren.

Hitzig geführte Kontroverse
west.art am sonntag mischt sich am 7. Februar in die hitzig geführte Kontroverse über Islamophobie und Antisemitismus ein. Woher kommt die Schärfe der gegenwärtigen Auseinandersetzung? Brauchen wir mehr Sachlichkeit? Wie weit darf die Kritik am Islam gehen? Haben die Ressentiments gegen den muslimischen Glauben bei uns in bedenklichem Maße zugenommen? Lassen sich Islam und Moderne vereinbaren? Darüber spricht Randi Crott mit ihren Gästen. Im WDR-Foyer begrüßt sie:

Hamed Abdel-Samad
In seinem Buch „Abschied vom Himmel“ denkt der Politikwissenschaftler über die islamischen Tabuthemen Sexualität, familiäre Gewalt und religiösen Wahn nach und beschreibt die quälende Suche nach Identität eines Lebens zwischen den Kulturen.

Barino Barsoum
Als 18-Jähriger konvertierte er zum Islam. Schnell wurde aus dem Gläubigen ein Islamist, den jedoch zunehmend Zweifel beschlichen. Er befreite sich aus der „geistigen Gefangenschaft“, sagte sich nach fünf Jahren los und ließ sich zum Christen taufen.

Lamya Kaddor
Warum lassen es Muslime zu, dass in der Öffentlichkeit Terror, Zwangsheirat und Ehrenmorde das Bild vom Islam bestimmen? Das neue Buch „Muslimisch, weiblich, deutsch!“ der Religionspädagogin ist ein engagiertes Plädoyer für einen zeitgemäßen Islam.

Hilal Sezgin
Die Publizistin, die zuletzt mit Nasr Hamid Abu Zaid das Buch „Mohammed und die Zeichen Gottes: Der Koran und die Zukunft des Islams“ veröffentlichte, sagt: „Wer den Islam pauschal für fanatisch, intolerant und undemokratisch hält, der hat keine Angst, sondern Vorurteile.“

Kay Sokolowsky
Der Medienkritiker analysiert in seinem Buch „Feindbild Moslem“ die zunehmende Islamfeindlichkeit und warnt vor den negativen Folgen für das Zusammenleben zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen.

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Kommentare
  1. Benjamin sagt:

    Knallhart formuliert kann man eigentlich sagen, dass diese „Islamkritik“ a la Herre & Co auch Antisemitismus ist, schließlich ist es die Ablehnung der arabischen Welt mit allen Stereotypen (Hakennase, Bart, Ölaugen etc.), die dann auch auf die Türken übertragen werden. Eh alles Wüstenvolk…
    Antisemitisch auch deswegen, weil solche Gruppen auch bestimmen wollen wer Jude ist und sich sogar anmaßen Juden, die nicht konservativ oder nationalistisch sind ihre Identität abzusprechen. Sie stellen sich über Juden und Moslems.
    Man kann aber auch schlicht Rassismus sagen, darum geht es nämlich letztendlich, auch bei den religiösen Rechten (Sem, Ham pfui; Japhet hui).

    • Benjamin sagt:

      Zwei Daumen runter?
      Wie das?!

      Haben sich wieder mal ein paar Rassisten von PI hierher verirrt und wollen einfach nicht als solche bezeichnet werden…?

      • Ritterbruder sagt:

        Benjamin, es muss nicht unbedingt ein PI-Rassist.
        Es können auch ganz normale (oder die sich dafür halten) Leute sein, einfach aus persönlicher Antipathie, Rachsucht oder Groll Daumen runter geben. 🙂

        Mir selbst ist völlig Wurst wieviele thumbs down über meine Post sind: Für mich ist das nur ein Indiz, daß mein geschriebenes richtig war und jemand/einige getroffen ist/sind. 🙂

        Bitte, bitte, gibt mir Daumen runter! Los, Pack, gebts mir! 🙂

        • fareus sagt:

          Ich erkenne immer mehr masochistische Züge bei dir.

          ;-P

          • Ritterbruder sagt:

            Das geht aber nicht so weit – sollten wir uns jemals mal gegenüberstehen – daß du mir zur Begrüssung erstmal eins mit der Peitsche überziehst oder mit schmutzigen Wörtern bedachst. :mrgreen:

        • pcs187 sagt:

          IslamKritik ist KEIN Rassismus. Den Daumen hoch haste von mir.

          • Ritterbruder sagt:

            Mach dich doch nicht lächerlich, gerade du entlarvst dich hier jedesmal wenn du postest. Dein und euer „Islamkritik“ hat mit „Kritik“ ungefähr soviel zu tun wie ein Walnuss mit einem Wal. Euch treibt was ganz anderes dazu, was du hochtrabend „Kritik“ nennst.

      • dailyrace sagt:

        schon komisch mit was manche menschen ihre zeit verbringen. ich für meinen teil muss arbeiten und kann nicht den ganzen tag daumen hoch und daumen runter und solchen schnullifax klicken 😉 und so jemand lebt höchstwahrscheinlich von meinen steuergelder … ne ne ne.

        • pcs187 sagt:

          dailyrace, da kann ich dich beruhigen. Ich zahle zwar keine Steuern, da ich mich von EUREM Sozialsystem schon lang verabschiedet habe…Ich bekomme nix vom Staat. Muss allerdings hart fuer mein Geld arbeiten. Zur Zeit in Morocco. Yeeeeaaaahhhhhh, Mittagspause, yeeeaaahhhhh.

          • dailyrace sagt:

            nicht enttäuscht sein, aber ich habe auch nicht dich gemeint. ich antwortete auf Benjamin. warum der kommentar so angeordnet wurde … keine ahnung.

  2. Ritterbruder sagt:

    Oha, der vorgeblich orientierungslose und vielfach von den Medien abgelutschte Dauer-Talkshowgast zum Thema „Islam“ Barino ist mal wieder dabei?

    Jener Barino, der sich 3 Jahre (!) lang mit der Kamera (!) auf dem Weg zum „Muslim“ begleiten liess und mit Tam-Tam-Trara den „Club“, wieder die Kamera dabei, verliess? Der dabei auch noch behauptete, Muslime würden sich selbst abkanzeln. Aber er, Barino, lässt sich Privat und öffentlich von Nichtmuslimen 3 Jahre lang begleiten und filmen.

    Na, da wird dieser Islamexperte den Herrn Sokolowsky und die anderen Gäste gleich mit bestimmt in die Tasche stecken mit seiner alles hinwegfegenden „Real-Story“ über den Islam und den Muslim ansich. :mrgreeen:

    http://www.duckhome.de/tb/archives/3350-Wem-nuetzt-Barino.html

  3. dailyrace sagt:

    ich freu mich, dass hilal sezgin eingeladen wurde. na mal sehn, ob sie und kay sokolowsky irgendwie zu wort kommen …

  4. alien59 sagt:

    Nix gegen Sezgin oder Sokolowsky – aber ich finde die Besetzung doch etwas arm.

    Barino: na ja, nachdem inzwischen jemand drei Jahre „undercover“ in einer Koranschule „recherchierte“, kann man sich ja mal fragen, wie ernst seine damalige Konversion war und wieviel Medienrummel. Walraff nachzumachen ist ja ganz nett, aber irgendwo geht mir diese Art von Betrug ganz schön auf den Keks.

  5. Ritterbruder sagt:

    Die Sendung, Moderation und Protagonisten waren sowas von schlecht. Eine Schande für den WDR, so etwas überhaupt zu produzieren.
    Dan Vogel schoss Lamya Kaddor ab, als sie behauptete, bereits mit 3 (!) Jahren sämtliche (!) Koranverse rezitieren zu können und dafür von H. Sezgin ein unterdrücktes Lachen erntete.

    Und keiner, auch Herr Sokolowsky nicht, fragte Barino Barsoum, warum die Kamera jahrelang über fast die ganze Zeit bei seinem Märchenfilm „Einmal Muslim und zurück“ dabei war.

    Eine für den WDR unwürdige Sendung.

  6. Hülya Hayat sagt:

    Obwohl ich seit 43 Jahren in Deutschland lebe und mich bis zur Unkenntlichkeit angepasst habe, erlebe ich immer wieder das Gefühl von Ausgegrenztsein. Klar liegt das auch an mir selbst. Aber nicht nur an mir selbst….Das war nicht immer so. In den 70ern und 80ern fühlte ich mich so „deutsch“, dass ich glaubte, hier wirklich angekommen zu sein…Es hat sich vieles geändert:
    Multikulti ist out. Nationalismus ist wieder in. Die Fotos von den Nazi-Opas werden wieder mit Stolz ausgestellt und man sagt wieder ohne Scheu „Scheiß Jude“ oder „Neger“.

    Ich finde die Tendenz nach „rechts“ ist weltweit zu spüren. In allen Ländern der Welt wird mehr oder weniger gehetzt.

    Ist es nicht so, dass schon immer gegen Andersgläubige gehetzt wurde: Die ersten Christen zum Beispiel, die Juden (die nie zur Ruhe gekommen sind) und jetzt die Moslems. Wer weiß, vielleicht werden die Menschen irgendwann wieder gegen Christen hetzen.

    H. Hayat

  7. Ritterbruder sagt:

    „….erlebe ich immer wieder das Gefühl von Ausgegrenztsein. Klar liegt das auch an mir selbst.“

    Diese Ausgegrenztheit macht sich mindestens an den Kassen von Supermärkten bemerkbar.
    Was soll man davon halten und warum soll es an einem liegen, wenn die Kassiererin den „optischen“ Deutschen freundlich begrüßt und „Schönen Tag noch.“ hinterherschickt. Aber bei dem nächsten Kunden, der Kopftuchfrau oder sonst „orientalisch“ aussehenden Personen, einen verkniffen-stummen, mühsam unterdrückten „Sirke surati“ (Essig-Miene) zieht? Ich beobachte und erlebe das selbst am eigenen Leib immer wieder. Ich kenne „meine“ Kassiererinen, die sonst nie zurückgrüssen, aber manchmal wenn der/die Filialleiter daneben steht, sind sie auf einmal ganz zuvorkommend. Aber man sollte nicht den Fehler machen, mit gleicher Münze zurückzuzahlen und sich auf das Nievau dieser Leute begeben. So stellt man sie selber bloss.

    Es sind halt die scheinbar kleinen Gesten, die einem das Gefühl geben unerwünscht zu sein. Da ist mir der laute und ehrliche „Türken Raus!“ fast schon sympathischer, weil man weiss woran man bei ihm ist. :mrgreen:

  8. Mahabba sagt:

    Barino war doch total unsicher. Ist doch auch klar, wenn er von Gott redet und dann solche Geschichten auftischt. Das stimmt alles hinten und vorne nicht. Lamya Kaddor hatte aber recht, sein Trauma anzuerkennen. Fake hin oder her, aber er sollte sich wirklich mal mit Muslimen aussprechen, die ihm nicht gleich den Kopf abreißen.

    Überraschend war auch Abdel-Samad. Man hat gemerkt, dass er kein Krawallo ist, sondern eigentlich ganz nett und nachdenklich. Ich wünschte mir, er und Lamya Kaddor hätten eine eigene Show, wo dann Islamkritik stattfindet, mit der Muslime etwas anfangen können.

    Solokowsky war leider in der falschen Sendung. Er wollte über Antisemitismus und antimuslimischen Rassismus reden. Auch ein wichtiges Thema, aber getrennt von islamischer Theologie zu behandeln. Aber das war nicht seine Schuld, sondern die des WDR.

    Es ist hier wie beim Antisemitismus. Wenn man den Antisemitismus betrachtet, sollte man auch nicht über den Tanach oder Talmud reden, sondern über Rassismus und Strategien dagegen.

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