Der Sudan Spielball der Großmächte

Veröffentlicht: 13. Februar 2010 von fareus in Afrika
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Mit offenen Karten – Der Sudan-Erdoel und Darfur


Mit offenen Karten – USA , Afrika und Erdöl


Darfur zerstört Täter brechen ihr Schweigen

Hintergründe des Konflikts in Darfur

Traditionell konkurrieren in Darfur sesshafte afrikanische Stämme, wie zum Beispiel Fur, Zaghawa und Massalit, mit arabischstämmigen Nomaden um knappe Ressourcen. Diese Spannungen konnte lange Zeit durch tradierte Konfliktlösungsmechanismen unter Kontrolle gehalten werden. Durch eine weitere Verknappung von Weideland und Wasser (fortschreitende Versteppung und Trockenperioden) wurde der Konflikt seit den achtziger Jahren verschärft. Dazu kamen Arabisierungsbestrebungen der sudanesischen Regierung. Sie nutzte das bestehende Konfliktpotential, um eigene Interessen zu verfolgen.

Die Bildung zweier Rebellenorganisationen im Februar 2003, die der sudanesischen Regierung den bewaffneten Kampf ansagten und das Ende der Marginalisierung und der Benachteiligung der afrikanischen Stämme forderten, führte zu einer massiven militärischen Reaktion der sudanesischen Regierung und damit zur Eskalation. Die Regierung bewaffnete so genannte Janjaweed-Milizen, die die Rebellen bekämpfen sollten, und bombardierte in enger Absprache zwischen Militär und Milizen selbst zahllose zivile Ziele.

Die Janjaweed-Milizen begingen unter der Verantwortung und teilweise in enger Kooperation mit der sudanesischen Regierung ungestraft schwerste Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten an der Zivilbevölkerung. Eine durch den Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN) eingesetzte Untersuchungskommission berichtet von Massenexekutionen, Massenvergewaltigungen, Vertreibungen sowie Verhinderung der Rückkehr der Flüchtlinge durch Abbrennen und Zerstörung der Dörfer. Die sudanesische Regierung behinderte zudem über viele Monate hinweg humanitäre Hilfslieferungen nach Darfur massiv oder machte diese ganz unmöglich.

Der Bericht der Untersuchungskommission vom Januar 2005 macht deutlich, dass es bei den Militäraktionen der sudanesischen Armee weniger um Angriffe auf Rebellenziele ging, sondern vor allem um die Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Doch auch die Rebellenorganisationen haben sich schwerer Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen schuldig gemacht.

Im Zuge des Darfur-Konflikts sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen etwa 300.000 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Binnenvertriebenen in Darfur liegt nach VN-Angaben zurzeit bei 2 bis 2,5 Millionen. Zudem sind seit Beginn der Kämpfe etwa 232.000 Menschen in das Nachbarland Tschad geflüchtet, etwa 48.000 weitere in die Zentralafrikanische Republik. Unter Einschluss der hilfsbedürftigen ortsansässigen Bevölkerung sind derzeit über 4 Millionen Menschen von der Krise betroffen.

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