Die Saat für neuen Unfrieden

Veröffentlicht: 13. Februar 2010 von fareus in Menschenrechte
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US-Historiker Fritz Stern über Europa

Es sei “wahnwitzig”, al-Qaida mit dem Islam gleichzusetzen, findet Historiker Fritz Stern. Er klagt nach dem Minarett-Verbot über “rechtsradikale Strömungen” in der Schweiz und in England.

Die vergangenen Wochen waren für Fritz Stern anstrengend. Der bekannte Geschichtsprofessor aus New York reiste viel, unter anderem bekam er den Marion-Dönhoff-Preis, der nach seiner Freundin, der langjährigen Zeit-Herausgeberin, benannt ist. Und nun sitzt der Buchautor (“Fünf Deutschland und ein Leben”) an diesem Montagmittag in der Katholischen Akademie in München und zeigt sich vor 200 Leuten besorgt über das, was auf jenem Kontinent passiert, den er und seine Familie 1938 verlassen mussten.

Der berühmte Historiker kritisiert die seiner Meinung nach “rechtsradikalen” Strömungen in England und in der Schweiz und grenzt sich deutlich vom jüngsten eidgenössischen Volksentscheid gegen Minarette ab. Es gebe den Versuch, vor Anti-Islamismus zu warnen und von ihm zu profitieren. “Al-Qaida mit dem Islam gleichzusetzen, ist ein Wahnwitz, ja ein Verbrechen”, erklärt Stern. Die Verhältnisse machen ihn wütend. Immer wieder setzt er seine Brille ab.

Der Professor spürt, dass hier die Saat für neuen Unfrieden gelegt wird – und das passt nicht zu seiner Sicht der Gesellschaft, die frei ist vom clash of cultures. Der 83-Jährige habe sich wie kein anderer dafür eingesetzt, dass die Deutschen durch Aufklärung, Auseinandersetzung und Aussöhnung mit ihrer jüngsten Geschichte ins Reine kommen, begründete die Jury jüngst die Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Dönhoff-Preises.

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