Die Waffe des Jüngsten Tages

Veröffentlicht: 23. März 2010 von fareus in Israel
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Und nun kommt der wichtigste General der US-Armee und sagt, dass es nicht so sei. Die Politik der gegenwärtigen israelischen Regierung gefährde das Leben der amerikanischen Soldaten im Irak und Afghanistan.
BIS JETZT ist dies nur als Nebenbemerkung in einem militärischen Dokument gesagt worden, das noch keine weite Verbreitung gefunden hat. Aber das Schwert ist aus seiner Scheide gezogen worden – und amerikanische Juden haben beim entfernten Grollen eines nahenden Erdbebens zu zittern angefangen.

Die Waffe des Jüngsten Tages

Uri Avnery
ES IST schon banal zu sagen, dass Leute, die aus der Geschichte nichts gelernt haben, verurteilt sind, ihre Fehler zu wiederholen.

Vor etwa 1942 Jahren begannen die Juden in der Provinz mit Namen Palästina eine Revolte gegen das Römische Reich. In der Rückschau sieht sie wie ein Akt des Wahnsinns aus. Palästina war ein kleiner, unbedeutender Teil eines Weltreiches, das gerade einen großen Sieg gegen die rivalisierende Macht – das Perserreich – gewonnen und eine größere Rebellion in Britannien niedergeschlagen hatte. Welche Chancen hätte der jüdische Aufstand haben können?

Gott weiß, was in den Gehirnen der „Zeloten“ vor sich ging. Sie eliminierten die moderaten Führer, die davor warnten, das Weltreich zu provozieren und wurden die Führer der jüdischen Bevölkerung des Landes. Sie verließen sich auf Gott. Vielleicht verließen sie sich auch auf die Juden in Rom und glaubten, ihr Einfluss auf den Senat würde Kaiser Nero zurückhalten. Vielleicht hörten sie, Nero sei schwach und im Begriff zu stürzen.

Wir wissen, wie es weiterging: nach drei Jahren wurden die Rebellen geschlagen, Jerusalem fiel, und der Tempel brannte ab. Die letzten Zeloten begingen in Masada Selbstmord.

Die Zionisten versuchten tatsächlich, aus der Geschichte zu lernen. Sie handelten in vernünftiger Weise, provozierten die Großmächte nicht, bemühten sich in jeder Situation, das zu erreichen, was möglich war. Sie akzeptierten Kompromisse, und jeder Kompromiss diente als Grundlage für den nächsten Schritt nach vorne. Sie benützten klug die radikale Einstellung ihrer Gegner und gewannen so die Sympathie der ganzen Welt.

Aber seit Beginn der Besatzung verdunkelte sich ihr Verstand. Der Kult von Masada herrschte wieder vor. Göttliche Versprechen begannen wieder, im öffentlichen Diskurs eine Rolle zu spielen. Große Teile der Bevölkerung folgten den neuen Zeloten.

Auch die nächste Phase wiederholte sich: die Führer Israels begannen eine Rebellion gegen das neue Rom.

WAS WIE eine Beleidigung des Vizepräsidenten der USA begann, entwickelte sich zu etwas weit Größerem. Die Maus hat einen Elefanten geboren.

In letzter Zeit hat die ultrarechte Regierung in Jerusalem angefangen, Präsident Barack Obama mit kaum verhohlener Verachtung zu behandeln. Die Ängste, die zu Beginn seiner Amtsperiode aufkamen, zerstreuten sich. Obama erscheint wie ein schwarzer Papierpanther. Er gab seine Forderung auf, den Siedlungsbau einzufrieren. Jedes Mal, wenn er angespuckt wurde, gab er vor, es würde regnen.

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