Geplante Zwangsabschiebungen sind Rückfall in die schlimmste Zeit der „Zigeuner“verfolgung

Veröffentlicht: 23. April 2010 von fareus in Menschenrechte
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Deutsch-kosovarisches Rückübernahmeabkommen unterzeichnet

Scharfe Kritik hat die Unterzeichnung des deutsch-kosovarischen Rückübernahmeabkommens bei der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hervorgerufen. Der GfbV-Bundesvorsitzende Tilman Zülch bezeichnete die Entscheidung der Bundesregierung, die in Deutschland lebenden 10.500 Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo abzuschieben, als „gezielten Schlag gegen diese Opfergruppe des Holocaust“, der sich an dem „weit verbreiteten Antiziganismus in der Öffentlichkeit orientiert“. Zülch dazu wörtlich:

„Mit der geplanten Zwangsabschiebung von 10.500 Roma-Flüchtlingen in den Kosovo, unter ihnen weit über 3000 Kinder, fallen die Innenminister des Bundes und der Länder in die schlimmsten Zeiten der „Zigeuner“verfolgung nach Kriegsende zurück. Diese gnadenlose Politik orientiert sich an dem weit verbreiteten Antiziganismus in der deutschen und europäischen Bevölkerung und ist ein gezielter Schlag gegen diese Opfergruppe des Holocaust. 35 Jahre lang – bis 1979/80 – waren „Zigeuner“ in Deutschland immer wieder Freiwild für Behörden und Polizei. Bundesfamilienministerien, sowohl unter Führung der CDU als auch der SPD, ließen sich damals von rassebiologisch orientierten Wissenschaftlern beraten. So nutzten sogar die Behörden sozialdemokratisch bzw. christdemokratisch regierter Millionenstädte wie Hamburg und München weiter die nationalsozialistischen „Zigeuner“akten zu Angelegenheiten dieser NS-verfolgten Minderheit.

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