Der TEKEL-Streik in der Türkei

Veröffentlicht: 30. April 2010 von fareus in Arbeiterbewegung, Türkei
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»Die Polizisten schlugen regelmäßig auf Frauen ein«

Deutsche Gewerkschafter besuchten streikende Tabakarbeiter in der Türkei. Ein Bericht über ihren Kampf.

Stefan Heins ist Hafenarbeiter in Bremen. Er reiste im Februar als ver.di-Vertrauensmann mit einer Gewerkschaftsdelegation in die Türkei

Die Regierung der Türkei hat Anfang 2008 das staatliche Tabakmonopol TEKEL an British American Tobacco (BAT) verkauft. Die Angloamerikaner entließen im Dezember 2009 rund 10000 Beschäftigte, um sie durch Billiglöhner zu ersetzen. Die Tabakarbeiter traten daraufhin in den Streik. Sie waren an Ort und Stelle – wie ist der Stand?

Zuerst hatte die Regierung angeboten, den Tabakarbeitern für elf Monate 40 Prozent ihres Lohnes zu zahlen und sie dann auf die Straße zu setzen. Die Gewerkschaft mobilisierte daraufhin ihre Mitglieder ab Mitte Dezember zu einem mehrwöchigen Protestcamp in Ankara. Ende Februar konnten die TEKEL-Beschäftigten vor Gericht durchsetzen, daß ihre Arbeitsverträge bis Ende Oktober gültig bleiben. Sie kehrten in ihre Fabriken zurück und nahmen die Arbeit wieder auf. Jetzt will die Gewerkschaft über eine abschließende Lösung verhandeln.
Was passiert, wenn die TEKEL-Arbeiter am Ende doch auf der Straße landen?

In der Türkei gibt es kein Sozialsystem nach westlichen Standards. Die Arbeiter kommen aus allen Landesteilen und waren früher zum Großteil Selbstversorger. Sie selbst oder die vorhergehenden Generationen mußten für die Jobs ihre Landwirtschaften aufgeben. Es gibt für die TEKEL-Arbeiter in ihren Heimatregionen also kein Auskommen mehr. Das erklärt die Vehemenz ihres Kampfes.

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Hier gibt es weitere Infos:

http://www.ngg.net/netzwerke_gruppen/internationales/tekgida-is/tekgida_is_infos/tekgida-is-info-4.pdf

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Kommentare
  1. meryemdeutschemuslima sagt:

    Selam,
    also ich hab da erhebliche Zweifel an den Gewerkschaftsversionen. In den türkischen Medien sieht das nämlich ganz anders aus: da sind bereits hohe Abfindungen gezahlt worden, die Angestellten waren lange darauf vorbereitet, dass sie entlassen würden und hatten auch schon lange nichts mehr zu tun, es war also ausreichend Zeit, sich nach anderer Arbeit umzusehen.
    Ich bin ja auch geneigt, immer gleich mit der Arbeiterschaft solidarisch zu sein, aber hierzu habe ich schon lange ganz andere Berichte gehört, auch mein Mann hat das intensiv verfolgt.
    Wenn der Staat sich aus dem Drogengeschäft zurückzieht, ist das ja außerdem auch nicht übel.
    Außerdem haben wohl die meisten sehr wohl noch Ländereien in ihrer Heimat, oder jetzt erst recht, weil sie gut verdient haben als Staatsangestellte.
    Ich schätze, da wird auf die Tränendrüse gedrückt.

    Grüße von Meryem

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