Begriffsklärung

Veröffentlicht: 2. Mai 2010 von fareus in Islamisten
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An den Hidschab und den Tcshador könnte ich mich, trotz mangelnder religiöser Kleidungsvorschriften,  gewöhnen.
Ja, so gar tolerieren.

Die Burka und der Niquab geht gar nicht, da werden Kleidungsstücke aus der Tradition erwachsen den Frauen aufgedrückt und somit jede Möglichkeit zur Individualität im Keim erstickt.

Es ist ein Zeichen für die Unterdrückung der Frauen. Ich persönlich möchte meinem Gegenüber ins Gesicht schauen können wenn ich mit ihr rede.

Ich darf eine Facebook-Freundin zitieren, eine deutsche Konvertitin:

wie können Männer Frauen derart zu Sexobjekten degradieren und ihnen einhämmern, sie müssten sowas tragen, um nicht von allen Seiten besprungen zu werden??? Der Islam hat den Frauen Würde und Rechte gegeben, auch wenn´s den Kerlen nicht passt!!! Da hilft nur großangelegte Aufklärung….

Dem ist nichts weiter hinzuzufügen.

Siehe auch hier:

http://www.ksta.de/html/artikel/1272363219784.shtml

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Kommentare
  1. meryemdeutschemuslima sagt:

    Salam,
    natürlich hat Deine Freundin recht – die Männer haben sich gefälligst anständig zu verhalten. Und ich würde auch keinen Niqab tragen wollen – eine Burka habe ich in Deutschland noch nie gesehen – trotzdem kenne ich Schwestern die sich dafür entschieden haben. Nicht alle sind dabei geblieben, manche schon. Und eine meiner aufschlußreichsten Erfahrungen war das kennen lernen einer Niqabtragenden Schwester aus Malaysia. Ich glotzte die etwas irritiert an, als sie in die Moschee zum Unterricht kam – und was macht die? Kommt auf mich zu und entpuppt sich als eine der kommunikativsten Personen die ich kenne. Am spaßigsten war eine Radtour mit ihr durch Bremen – sie im himmelblauen Gewand mit passendem Niqab.
    Auch wenn es sich mehr um traditionelle als religiös begründete Kleidungsstücke handelt, haben wir nicht das Recht, sie den Frauen runterzureißen. Verbote werden nur dazu führen, dass sich diese Schwestern einigeln.
    Die Brüder können derweil trotdem üben, die Blicke niederzuschlagen.

    Wassalam, Meryem

  2. Limited sagt:

    Öhm, wieso sollen wir Männer die Blicke „niederschlagen“.

    Ist es nicht das normalste auf der Welt, dass man sich gegenseitig anschaut und in die Augen blickt?

  3. NDM sagt:

    Ich sehe es ähnlich.

    An den unterschiedlichen Bedeckungsarten und deren Verbreitung erkennt man ja eigentlich ganz gut, dass es sich um sehr regionale Traditionen handelt. Und meiner Meinung nach interpretieren einige davon mehr in die religiösen Texte hinein, als wirklich drinsteht.

    Wenn religionsmündige Frauen Kopftücher tragen sehe ich nun wirklich überhaupt keinen Anlass für Aufregung. Bei Kindern sehe ich das aber nicht gern, und ehrlich gesagt: Manche Kopftuchmoden finde ich einfach so auffallend hässlich, dass man kaum wegsehen kann. Zum Beispiel, wenn lange Haare am oberen Teil des Kopfes gebunden werden, und so unter dem Kopftuch eine große, nach hinten in die Höhe gerichtete Beule bilden. Ich finde das sehr ungeschickt – aber es ist Geschmackssache.

    Eine Tschadorähnliche Bekleidung, an die ich mich noch gewöhnen könnte, ist der/die/das Pardesü – es signalisiert zwar einen stark ausgeprägten Konservatismus, dem ich generell eher skeptisch gegenüberstehe, lässt aber in gewissen Grenzen individualität zu. An Einheitskleidung(z.B. alle in Schwarz) möchte ich mich aufgrund des antiindividualistischen Charakters nicht gewöhnen. Die kulturelle Vorstellung, die dahinter steht, spricht der Frau die Fähigkeit und den Verstand ab, für sich selbst einen Kleidungsstil auszuwählen, der mit ihren Wertvorstellungen vereinbar ist. An dieser Stelle beginnt also schon eine Form der systematischen Entmündigung.

    Es ist klar, dass hinter jedem Gesichtsschleier eine sehr angenehme Persönlichkeit stecken kann, aber als Mann dürfte ich mich wohl nicht davon überzeugen. Dort, wo dieser Gesichtsschleier üblich ist, würde ich dafür sogar bestraft werden – und sie auch. Die Persönlichkeit zeigt sich zudem zu einem sehr großen Teil durch die Äußere Selbstdarstellung. Insbesondere Gesichtsausdrücke sagen hierbei mehr als tausend Worte es könnten – der dazugehörende Anblick wird jedoch durch die Gesichtsverschleierung verhindert. Über das Gesicht und den Blick geschieht ein wesentlicher Teil der Kommunikation – insbesondere was Emotionen angeht, und ganz besonders bei flüchtigen Begegnungen. Die vereinheitlichte Bekleidung nimmt der Frau darüberhinaus ihre Individualität weg(s.o.). Und genau das ist IMO Sinn und Zweck dieser Kleidung. Individuelle Beziehungen, insbesondere zwischen Frauen und Männern, sollen verhindert werden. Das ist die totale Geschlechtertrennung. Der Gedanke dahinter ist der, dass Beziehungen zwischen Frauen und Männern ausschließlich zwei Formen annehmen könnten/dürften: 1. familiär 2. sexuell – das ist jedoch nachweislich falsch.

    Eines steht in jedem Fall fest: wird einer ehrlichen Diskussion über dieses Thema aus dem Weg gegangen, dann greifen es sich die Nazis und Rechtspopulisten, um damit zu punkten.

  4. meryemdeutschemuslima sagt:

    Salam,
    „die Blicke niederschlagen“ ist sozusagen die männliche Variante des Hijabs – sie sollen uns Frauen nicht anstarren. Für mich ist damit nicht gemeint, dass man mich nicht im Gespräch anschauen kann – ich finde es zutiefst irritierend, wenn ein Mann dabei an mir seitlich vorbeischaut. Es gibt aber Muslime die das so handhaben.

    Als Kopftuchträgerin behaupte ich, dass das Kopftuch gerade dazu da ist, mich in der Öffentlichkeit kenntlich zu machen – so heißt es ja auch „damit sie erkannt und nicht belästigt werden“. Ich hab sehr gute Erfahrungen im Berufsleben und auch privat gemacht. Es ist klar, dass es mit mir keinen Flirt gibt und auch kein Begrüßungsküsschen, aber es gibt ganz normale Gespräche und kollegiale, freundliche Zusammenarbeit, durchaus auch mal mit Späßchen. Die Anzüglichkeiten lassen die Kollegen allerdings. Also voller Erfolg, mein Hijab.

    Trotzdem kann ich eben anderen nicht das Recht absprechen, es für sich „strenger“ auszulegen. In innerislamischen Diskussionen vertrete ich meine Meinung dazu und warum ich die übertriebene Geschlechtertrennung für falsch halte. Aber wenn es sie glücklich macht? Warum soll ich irgendwem irgendwas aufzwingen. Ich drängel ja auch keine Mitschwester, sich ein Kopftuch aufzusetzen. Das muss eben jede selbst entscheiden.

    Grüße von Meryem

    • NDM sagt:

      Hehe. Ich wollte gerade noch einen Nachtrag zu meinem Kommentar schreiben:

      „Nachtrag: Und ich würde mir wünschen, dass solche Diskussionen, wenn schon in der Öffentlichkeit, dann vornehmlich unter Muslimen geführt wird.“

      Ein Verbot würde mir auch Bauchschmerzen bereiten. Wenn eine gesetzliche Regelung zum Thema angestrebt wird, dann sollte dem eine ausführliche öffentliche erörterung zuvorkommen – und dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, zu welchem „Gesamtpaket“ der Schleier im Grunde genommen gehört, also was diejenigen Leute, die glauben, er sei ein Gebot, sonst noch alles glauben. Und das ist häufig nicht besonders prickelnd, um es mal betont zurückhaltend auszudrücken. Das gilt entsprechend auch für die Burka, die ja von der Funktion her nichts anderes, aber Teil eines anderen „Gesamtpakets“ ist.

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