Politik im eigenen Interesse

Veröffentlicht: 9. Mai 2010 von fareus in Gastautor, Migranten in Deutschland
Schlagwörter:, , , ,

Gastautor : Cengiz Dursun

Wenn wir uns auf die Politiker konzentrieren, die ursprünglich aus der Türkei kommen, ist es unmöglich zu behaupten, dass man es mit Vertretern der „türkischen Community“ zu tun hat.

Die Politiker, die aus der Türkei kommen, befürworten aufgrund von innerpolitischen Konflikten im Heimatland, unterschiedlichste Ideologien und stammen aus unterschiedlichsten Schichten. Von ultra-Konservativen Anhängern der AKP, kurdische bzw. links-orientierte türkische PKK-Sympathisanten, Fundamentalisten, Kemalisten oder türkische Nationalisten der Grauen Wölfe – in den Parteien gibt es alles, was das Herz begehrt und man versucht so viel Wähler wie möglich an sich zu ziehen.

Überall gibt es sie, die Lobbyisten, die die Partei für eigene Zwecke missbrauchen und parteiintern förmlich zu einer Macht geworden sind. Neumitglieder bzw. Mitglieder die sich den Aufstieg erträumen, hören auf ihre großen „abis und ablas“ im Abgeordnetenhaus und folgen ihnen auf Schritt und Tritt.

Die Lobbypolitik ist zu einer erfolgreichen Geschäftsidee geworden. Langsam aber bemerkt man auch, dass es immer mehr Menschen „mit Migrationshintergrund“ gibt, die auch Dinge ansprechen, die sich die Lobbyisten nicht trauen anzusprechen. Die Lobbyisten kritisieren Bildungsdefizite und sind für eine erfolgreiche Integration. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration ist ihrer Meinung nach die Sprache und Bildung. Bloß welchen „Migrant“ stört diese Kritik? Wäre diese Kritik ein Punkt um nicht wiedergewählt zu werden bzw. als Verräter abgestempelt zu werden? Die Antwort ist: Nein! Sie werden immer wieder gewählt und „das Geschäft läuft“.

Das eigentliche Integrationsproblem besteht bei den Politikern selbst. Sie fühlen sich zu ihrer Heimat hingezogen, haben große Sympathien für fremde Organisationen und Parteien und tragen diese Ideologien auch nach Deutschland.

Das eigentliche Problem ist, dass sie sich nicht für eine Heimat entscheiden können. Sie stecken zwischen zwei Fronten, einmal zwischen die der fremden Ideologie – die meistens von den Eltern mitgegeben wird – und zum anderen mit einer westlichen Sozialdemokratie. Auch wenn es einzelne Politiker es schaffen sich zu integrieren, müssen sie trotzdem mitspielen, da diejenigen, von denen sie gewählt werden, es eben nicht geschafft haben.

Bekannte Politiker der PDS legitimieren die Gewalt der PKK und verlangen, sie nicht mehr als kriminell einzustufen. Die kemalistischen Lobbyisten in der SPD wiederum ziehen auch mal hier und da einige Milli Görüs-Anhänger, Nationalisten und Kemalisten an sich und sind förmlich zu einer „migrantischen Elite“ geworden.

Wenn wir von Migranten sprechen, dann sprechen wir nicht von Menschen die ursprünglich aus Polen, Schweden oder Spanien kommen. Wir sprechen meistens von Menschen mit einem türkischen oder arabischen Hintergrund. Das bedeutet, es wird immer wieder erwähnt und bewusst gemacht, dass man es nicht mit „Deutschen“ zu tun hat, sondern mit „Deutschen, die eigentlich garnicht Deutsch sind“. Die Medien unterstützen dieses Dilemma, was wiederum auch die Bevölkerung beeinflusst. Denn falls ein „Migrant“ es schafft aufzusteigen – meistens im Bereich Migration, in anderen Bereichen sind sie meistens nicht vertreten – wird in einem Artikel mindestens drei Mal erwähnt, zu welcher ethnischen Gruppe oder Religion er/sie angehört. Doch das stört niemanden. Denn falls sich der Migrant angegriffen fühlt, nimmt ihn der Lobbyist in Schutz und verdient dadurch sein Geld und die Medien stützen dieses Gerüst…

Gastautor : Cengiz Dursun



Blog von Cengiz Dursun:

http://cengiz-dursun.hostzi.com/wordpress/

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s