Warum Deutschland Integrationsprobleme hat

Veröffentlicht: 9. Mai 2010 von fareus in Gastautor
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Gastautor: Cengiz Dursun

Das Integrationsproblem in der Bundesrepublik Deutschland ist ein Kreislauf des Schweigens. Wir haben es in der Politik mit zwei Seiten zu tun. Zum einen diejenigen, die der „political correctness“ ausgesetzt sind und nicht das Recht haben die Probleme anzusprechen und zum anderen die „Vertreter der Migranten“.

In der Integrationsdebatte müssen einige Begriffe in den Raum geworfen werden, über die unbedingt diskutiert werden muss.

Wir sprechen von arrangierten Ehen, Importbräuten, Ehrenmorde, Gewalt in Familien und die Unterdrückung der Frau innerhalb der Familie. Patriarchalische Strukturen bestimmen das Familienbild.

Dieses Problem ist auch ein soziales, vor allem hat es aber mit Haltungen, Einstellungen, Werten, Lebensentwürfen, Traditionen und Gebräuchen zu tun.

Mit einem kritischen Blick auf die politischen Vertreter der ethnischen Minderheiten leistet man einen wichtigen Beitrag zur Integrationsdebatte. Die These, dass besagte politische Vertreter wenig bis gar nicht zur Lösung von gravierenden Problemen innerhalb der eigenen Wählerschaft beitragen, da sie der ethnischen Lobbypolitik ausgesetzt sind, ist Tatsache. Hierbei werden seitens der Vertreter einige dieser Probleme bewusst nicht angesprochen, da es sowohl innenpolitische als auch außenpolitische Gründe dafür gibt.

Die innenpolitischen Gründe sind eigentlich leicht zu erkennen, denn wenn man sieht, dass sie von einem großen Teil gewählt werden, muss es wohl bedeuten, dass ein großer Teil der Wähler zufrieden mit der Thematik sind, mit der sich die Vertreter befassen. Sie sprechen Sprachdefizite an und erklären, man muss die Sprache erlernen um im Alltag klarzukommen, eine Arbeit zu finden oder um Dinge selbst zu erledigen, was natürlich auch stimmt. Aber es gibt dennoch viele Punkte, die bewusst nicht angesprochen werden, um nicht kostbare Wählerstimmen zu verlieren. Themen, die sich nur sehr wenige dieser Vertreter trauen anzusprechen. Themen, die dazu führen würden, in der “Migrantengesellschaft” als Verräter angesehen zu werden. Die Vertreter dieser „Community“ behandeln sie als Mündel, sprechen und entscheiden für sie. Sie versuchen andere Auffassungen zur Integrationspolitik zu verdrängen und versuchen zu verhindern, dass dies zur Öffentlichkeit gelangt. Deshalb werden kritische Stimmen innerhalb einer Partei, die gerade diese Probleme ansprechen denunziert und zum Schweigen gebracht, um der sogenannten “Geschäftsidee nicht zu schaden”.

Außenpolitisch betrachtet gibt es viele Einflussfaktoren auf die sogenannten „Vertreter“. Sie stecken in einem Korsett des Kollektivs, wo sie sich sagen, dass wenn sie diese Probleme „der deutschen Gesellschaft“ oder „den Deutschen“ erzählen, sie ihre Heimat bzw. ihr geliebtes Volk verraten. Das bedeutet, dass immer ein Auge auf das Heimatland gerichtet ist. Auch ist es möglich, in das Visier und in die Schlagzeilen der jeweiligen Medienlandschaft zu geraten – und das sind wahrlich keine guten Schlagzeilen…

In Deutschland kommt es immer darauf an, wer was sagt. Wenn es jemand sagt, der in das „Bild des Migranten“ passt, wird weniger kritisiert als wenn es ein „Politiker mit deutschen Wurzeln“ sagt. Deswegen ist es Tatsache, dass sich generell kaum noch ein Politiker traut, die benannten Integrationsprobleme offen anzusprechen, da man sich so dem Verdacht aussetzt polemische Hetze auf Kosten von Minderheiten zu verbreiten bzw. ausländerfeindlich zu sein. Dieses Schweigen im Namen der „political correctness“ geschieht, obwohl die Probleme, die wir nennen, einen klaren Bruch unserer Verfassung und oftmals enorme Menschenrechtsverletzungen darstellen.

Dieser Kreislauf des Schweigens und Ignorierens ist ein zentrales Hindernis innerhalb des politischen Prozesses der Integration.

Gastautor: Cengiz Dursun

Kommentare
  1. „Die Vertreter dieser „Community“ behandeln sie als Mündel, sprechen und entscheiden für sie. Sie versuchen andere Auffassungen zur Integrationspolitik zu verdrängen und versuchen zu verhindern, dass dies zur Öffentlichkeit gelangt. Deshalb werden kritische Stimmen innerhalb einer Partei, die gerade diese Probleme ansprechen denunziert und zum Schweigen gebracht, um der sogenannten “Geschäftsidee nicht zu schaden”.“

    Sorry, aber ich versteh das nicht. Nenn doch mal ein paar Namen! Wer konkret „spricht und entscheidet“ als Migrantenpolitiker für die Migranten, macht sie zu seinem/ihrem Mündel?
    Welche kritische Migrantenstimme wird etwa in der SPD oder bei den Grünen oder bei der Linken „denunziert und zum Schweigen gebracht“?
    Oder meinst du nur Özkan und ihr Einknicken in der Kruzifix-Frage? – Aber du hältst es ja für ein generelles Problem.

  2. selberlesen sagt:

    jpgGerade Kinder mit Migrationshintergrund haben es beim Lesenlernen besonders schwer, denn sie müssen neben den 52 Buchstabenzeichen noch die ganzen Ausnahmen (ie, ei, ch, sch, st-/sp-, Umlaute, …) erkennen, ohne dass ihnen ihre Eltern behilflich sein können.

    Schon Deutsche Kinder haben hiermit ihre Schwierigkeiten, doch durch viel häusliche Übung schaffen sie es meist irgendwann.

    Um den Kindern den Lesestart etwas einfacher zu gestalten, habe ich das Lese-Schreib-Konzept mit der lautgetreuen Schreibung verfeinert und für Leseanfänger lautgetreue, aber korrekt geschriebene Geschichten geschrieben.

    Da ich hiermit sehr gute Erfolge bei der Leseförderung erzielen konnte, freut es mich, dass sie jetzt als SELBER LESEN-Reihe unter dem Titel „Mara und Timo“ erschienen sind.

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