Mit ‘Türkei’ getaggte Beiträge

islamistische Tendenzen in der Türkei

Veröffentlicht: 29. November 2010 von fareus in Türkei
Schlagwörter:, , ,

Kritik an Erdogan

US-Diplomaten fürchten islamistische Tendenzen in der Türkei

Der Nato-Partner Türkei ist den USA unheimlich. Die Botschaftsdepeschen schildern Premier Erdogan als ignoranten Islamisten – berichtet wird außerdem von Korruption, Vetternwirtschaft und heiklen Großmachtvisionen.

[…]

Das Urteil der US-Diplomaten über den Nato-Partner mit der zweitgrößten Bündnis-Armee ist insgesamt verheerend. Die türkische Führung sei zerstritten. Erdogans Berater sowie sein Außenminister Ahmet Davutoglu verstünden wenig von der Politik außerhalb Ankaras. Die Amerikaner sind besorgt über angebliche neoosmanische Visionen Davutoglus. Ein hochrangiger Regierungsbeamter warnte in Gesprächen, aus denen die US-Diplomaten zitieren, Davutoglu würde islamistischen Einfluss auf Erdogan ausüben: „Er ist besonders gefährlich.“

[…]

weiterlesen

Der TEKEL-Streik in der Türkei

Veröffentlicht: 30. April 2010 von fareus in Arbeiterbewegung, Türkei
Schlagwörter:, ,

»Die Polizisten schlugen regelmäßig auf Frauen ein«

Deutsche Gewerkschafter besuchten streikende Tabakarbeiter in der Türkei. Ein Bericht über ihren Kampf.

Stefan Heins ist Hafenarbeiter in Bremen. Er reiste im Februar als ver.di-Vertrauensmann mit einer Gewerkschaftsdelegation in die Türkei

Die Regierung der Türkei hat Anfang 2008 das staatliche Tabakmonopol TEKEL an British American Tobacco (BAT) verkauft. Die Angloamerikaner entließen im Dezember 2009 rund 10000 Beschäftigte, um sie durch Billiglöhner zu ersetzen. Die Tabakarbeiter traten daraufhin in den Streik. Sie waren an Ort und Stelle – wie ist der Stand?

Zuerst hatte die Regierung angeboten, den Tabakarbeitern für elf Monate 40 Prozent ihres Lohnes zu zahlen und sie dann auf die Straße zu setzen. Die Gewerkschaft mobilisierte daraufhin ihre Mitglieder ab Mitte Dezember zu einem mehrwöchigen Protestcamp in Ankara. Ende Februar konnten die TEKEL-Beschäftigten vor Gericht durchsetzen, daß ihre Arbeitsverträge bis Ende Oktober gültig bleiben. Sie kehrten in ihre Fabriken zurück und nahmen die Arbeit wieder auf. Jetzt will die Gewerkschaft über eine abschließende Lösung verhandeln.
Was passiert, wenn die TEKEL-Arbeiter am Ende doch auf der Straße landen?

In der Türkei gibt es kein Sozialsystem nach westlichen Standards. Die Arbeiter kommen aus allen Landesteilen und waren früher zum Großteil Selbstversorger. Sie selbst oder die vorhergehenden Generationen mußten für die Jobs ihre Landwirtschaften aufgeben. Es gibt für die TEKEL-Arbeiter in ihren Heimatregionen also kein Auskommen mehr. Das erklärt die Vehemenz ihres Kampfes.

weiterlesen

Hier gibt es weitere Infos:

http://www.ngg.net/netzwerke_gruppen/internationales/tekgida-is/tekgida_is_infos/tekgida-is-info-4.pdf

Tabubruch in Istanbul

Veröffentlicht: 30. April 2010 von fareus in Türkei
Schlagwörter:, , ,

Erstes öffentliches Gedenken an Armenier-Völkermord in der Türkei

Erstmals wurde am 95. Jahrestag des Beginns des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich öffentlich in der Türkei der während des Ersten Weltkrieges ermordeten Armenier gedacht. Mitglieder des türkischen Menschenrechtsvereins IHD erinnerten am Samstag in Istanbul am Bahnhof Haydarpasa an die ersten 220 armenischen Intellektuellen und Gemeindevorsteher, die am 24.April 1915 auf Weisung der damals herrschenden jungtürkischen Militärjunta von hier aus deportiert wurden. Über eine Millionen Armenier kamen bei den auch von deutschen Offizieren unterstützten Deportationen in die mesopotamische Wüste ums Leben.

Da eine Reihe von Verantwortlichen für den Völkermord später in Mustafa Kemals Befreiungsarmee kämpften und die türkische Nationalversammlung den Raub armenischen Eigentums legalisiert hatte, ist es bis heute in der Türkei verboten, von einem Genozid zu sprechen.

weiterlesen

Siehe auch hier:

https://fareus.wordpress.com/2010/04/11/die-wahre-geschichte/

23. April offizieller Feiertag für die Kinder in der Türkei

Veröffentlicht: 23. April 2010 von fareus in Türkei
Schlagwörter:,

23 Nisan (deutsch: 23. April) ist ein offizieller Feiertag für die Kinder in der Türkei, der im Jahr 1920 von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk eingeführt wurde. Er soll Brüderlichkeit, Liebe und Freundschaft zwischen den Kindern fördern und hat das Motto Çocuklarımız geleceğimizdir (Unsere Kinder sind unsere Zukunft).

Seit 1979 trägt der Feiertag den erweiterten Titel Internationales Kinderfest und wird auch in anderen Ländern gefeiert.

weiterlesen

Türkische Kultur in Armenien

Veröffentlicht: 20. April 2010 von fareus in Türkei
Schlagwörter:, ,

In seiner größten Ausdehnung um 1590 fasste das Osmanische Reich zahlreiche Staaten und Regionen der heutigen Zeit.

Das Osmanische Reich breitete sich in seiner Expansionsphase über Europa, Asien und Afrika rasant aus. In Europa stand das Osmanische Reich vor den Toren Wiens. In Asien umspannte das Weltreich den Kaukasus, die Schwarzmeerregion, die Küstenstreifen Saudi Arabiens und den nördlichen Afrika. Während der größten Ausdehnung entfaltete sich die Kultur. Unter Süleyman I. wurden architektonische Meisterleistungen vollbracht, die heute noch an die glanzvolle Zeit in Europa, Asien und Afrika erinnern.

In der Türkei erinnert ein Lied, traurig und Tiefgründig an Eriwan, der heutigen Hauptstadt Armeniens. Mit „Rote Rosen, Bündel für Bündel…“ beginnt das Lied und fährt mit Eriwan fort. Über dieses Lied gibt es zwei Hintergrundgeschichten. In der wahrscheinlichsten Geschichte geht es um einen jungen Mann, der zur Wehrpflicht gerufen wird, seine Mutter und die erst jüngst angetraute. Mutter und Braut leben gemeinsam in einem Haus, während der Sohn und Ehemann in den Krieg zieht. Irgendwann wird der Krieg für beendet erklärt, die Mutter erhält die Nachricht, das der Sohn an einem bestimmten Tag anreisen wird. Am Tag der angekündigten Anreise, bereiten die Frauen alles für den festlichen Empfang vor, danach begibt sich die Mutter zum Bahndamm, um den Sohn zu empfangen. Ein Zug nach dem anderen kommt an und fährt fort, aber der Sohn ist nicht dabei. Die Mutter kehrt zurück ins Haus und hört eine Männerstimme im Zimmer der Schwiegertochter, greift zur Flinte und schießt auf die Bettdecke, unter der sich Körper räkeln. Erst dann bemerkt die Mutter, das kein fremder Mann, sondern der Sohn und die Schwiegertochter in einer Blutlache vor ihr liegen. Der Sohn war unbemerkt am Bahndamm ausgestiegen und nach Hause gelaufen. Als er angekommen war, konnte er seine Liebe nicht mehr zurückhalten. Die Mutter konnte die Tragödie nicht ertragen und irrte Geistesgegenwärtig in der Stadt herum und murmelte dabei „Rote Rosen, Bündel für Bündel, das ist keine Leidenschaft sondern ein Omen…“

weiterlesen bei Turkishpress

Milli Görüs-Gründer in Duisburg

Veröffentlicht: 19. April 2010 von fareus in Islamisten
Schlagwörter:, , ,

Schlichtes Weltbild

Necmettin Erbakan ruft in Duisburg die Massen zusammen und wettert gegen den Westen. Seine Anhänger sind aus ganz Europa angereist und verehren ihn für seine Parolen.

Der Beifall ist ohrenbetäubend, als Necmettin Erbakan um kurz nach 12 Uhr die Bühne betritt. „Mücahid Erbakan“, tönt es in der Duisburger Mercatorhalle aus tausenden Kehlen, was sich in etwa mit „Anführer Erbakan“ übersetzen lässt. Der frühere türkische Ministerpräsident wirkt sehr gebrechlich. Das Gehen fällt dem 83-Jährigen schwer. Es könnte der letzte Auftritt des islamistischen Politikers in Deutschland sein.

Vor der Halle stehen unzählige Reisebusse. Aus ganz Europa sind die Anhänger Erbakans an diesem Sonntag nach Duisburg gekommen. Sie wollen mit dem Greis, eine Art Jean-Marie Le Pen des türkischen Islamismus, das 40-jährige Jubiläum der von ihm in der Türkei gegründeten Milli-Görüs-Bewegung feiern. Im Foyer haben sich riesige Schlangen gebildet. Akribisch wird jeder abgetastet, der in den großen Veranstaltungsraum möchte. Im Saal herrscht strikte Geschlechtertrennung. Der Innenraum ist den Männern vorbehalten. Die Frauen – ausnahmslos mit Kopftuch, einige im Tschador – sitzen hoch oben auf der Empore.

weiterlesen

Recep Tayyip Erdoğan, der heutige Ministerpräsident der Türkei ist der Ziehsohn von Necmettin Erbakan:

1969 trat der als politischer Ziehsohn Necmettin Erbakans geltende Erdoğan der Milli Görüş-Bewegung bei, einer von Erbakan Ende der 1960er Jahre gegründeten Bewegung, deren Ideologie von dessen diversen, stets der islamistischen Rechten zugerechneten politischen Parteien als Leitgedanke, von seiner Nationalen Heilspartei (MSP, Milli Selamet Partisi) auch in das Parteiprogramm übernommen wurde.

In seiner Jugend war Erdoğan Mitglied in der radikalen islamistischen Organisation Akıncılar Derneği.
1970 wurde Erdoğan für den Bezirk Beyoğlu zum Vorsitzenden der Jugendorganisation von Erbakans Milli Nizam Partisi (MNP) gewählt. Die Partei wurde jedoch bereits 1971 durch einen Eingriff des Militärs verboten. Bereits am 11. Oktober 1972 gründete Erbakan die politisch identisch ausgerichtete Nationale Heilspartei (MSP), die bis Ende der 1970er Jahre an drei Koalitionsregierungen beteiligt war. Erdoğan schloss sich auch dieser Partei an, bei der er als Funktionär eine zunächst bescheidene Karriere machte und ansonsten in kleineren privaten Betrieben arbeitete.

1984 rückte er in den Vorstand der inzwischen gegründeten weiteren Nachfolgerin, der Wohlfahrtspartei (RP) auf und wurde stellvertretender Vorsitzender. Danach gehörte er der nächsten Nachfolgerpartei, der Fazilet Partisi bis zu seinem Austritt 1998 an. 2001 gründete er mit anderen ehemaligen Mitgliedern der Wohlfahrtspartei die AKP.

QUELLE

Necmettin Erbakan, der Antisemit:

Erbakan ist davon überzeugt, dass der Islam die einzige Rettung für die Menschheit darstellt, was er für wissenschaftlich und historisch erwiesen hält. Die ideologischen Schlüsselbegriffe „Milli Görüş“ (Nationale Sicht) und „Adil Düzen“ (Gerechte Ordnung) soll Erbakan in die türkisch-islamistische Debatte eingeführt haben, weil in der sich als laizistisch verstehenden Türkei die Propagierung einer „Islamischen Ordnung“ (Nizam Islami) Parteiverbot und strafrechtliche Konsequenzen zur Folge haben könnte. Das Buch „Milli Görüş“, 1973 von Erbakan geschrieben und mit „Nationale Weltsicht“ übersetzt, gilt als MSP Parteiideologie. Erbakan will die türkischen Bürger unter dem Dach von Nationalismus und Islamismus einen und in der Türkei ein islamistisches Staatswesen errichten.

Mitte der 80er Jahre griff Necmettin Erbakan die von Süleyman Karagülle bereits 1976 entwickelte Ideologie „Adil Düzen“ für das Refah-Parteiprogramm auf und veröffentlichte 1991 das Buch „Adil Ekonomik Düzen“ (Gerechte Wirtschaftsordnung). Erbakan geht von einer zweigeteilten Weltordnung aus: einer so genannten „gerechten“, sich auf dem Islam gründenden „Weltordnung“, die alle weltlichen und religiösen Regelungen des Lebens bestimme. Die westliche Politik bezeichnet er als eine „nichtige“ oder „falsche Ordnung“, da sie nicht auf Gerechtigkeit sondern Macht basiert.

Der Westen werde von „einem rassistischen Imperialismus, das heißt dem Zionismus“ regiert. Dieser sei vor 5765 Jahren durch ein „Zauberbuch mit Namen Kabbala“ entstanden. Erbakan spricht offen von einer angeblichen zionistischen Weltverschwörung und davon, dass der Zionismus alle Kreuzzüge organisierte, die Sekte des Protestantismus schuf und sie mit der Etablierung der kapitalistischen Ordnung beauftragte.

„Der Zionismus ist ein Glaube und eine Ideologie, dessen Zentrum sich bei den Banken der New Yorker Wallstreet befindet. Die Zionisten glauben, dass sie die tatsächlichen und auserwählten Diener Gottes sind. Ferner sind sie davon überzeugt, dass die anderen Menschen als ihre Sklaven geschaffen wurden. Sie gehen davon aus, dass es ihre Aufgabe ist, die Welt zu beherrschen. Sie verstehen die Ausbeutung der anderen Menschen als Teil ihrer Glaubenswelt. Die Zionisten haben den Imperialismus unter ihre Kontrolle gebracht, und beuten mittels der kapitalistischen Zinswirtschaft die gesamte Menschheit aus. Sie üben ihre Herrschaft mittels imperialistischer Staaten aus.“
– Necmettin Erbakan: Die gerechte Ordnung

Bei der Generalversammlung der „Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş“ im April 2001 deutete Erbakan eine Islamisierung Europas durch muslimische Einwanderung an. Der Verfassungsschutzbericht zitiert ihn mit den Worten: „Die Europäer glauben, dass die Muslime nur zum Geldverdienen nach Europa gekommen sind. Aber Allah hat einen anderen Plan.“

Die Einschätzung Erbakans „Wir werden ganz sicher an die Macht kommen, ob dies jedoch mit Blutvergießen oder ohne geschieht, ist eine offene Frage“, wertet ein Länderbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung als Beleg für die „Radikalität seiner Bewegung“.

QUELLE

Die wahre Geschichte

Veröffentlicht: 11. April 2010 von fareus in Dokumentation
Schlagwörter:, ,

Sari Gelin – Die wahre Geschichte (Armenier Frage)

Der wohl umfassenste Dokumentarfilm in der Geschichte der tr. Republik

Die Sari Gelin Dokumentation ist seit bestehen der türk. Republik die erste, die mit neuesten Informations-Materalien, in verschiedenen Ländern und Regionen, mit neuesten Reportagen die auf Zeugen und der türkisch armenischen Beziehungen eingeht.

Sari Gelin wurde mit Reportagen von 160 Personen im In- wie Ausland realisiert. Sari Gelin wurde in der Armenier-Frage in betreffenden 13 Ländern aufgenommen. Insgesamt 45 Personen waren an der Herstellung des Filmes beteiligt, die u.a. 10 000 Schriften in Archiven durchforstet haben.

Die Verfilmung der Dokumentation unter der Videotek Produktion begann 1999 und dauerte 4 Jahre. 3 Jahre davon fallen auf die Archivauswertung, 8 Monate für die Aufnahmen und weitere 4 Monate für die Zusammenstellung des Filmes.